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Artenschutzprojekt im Kaukasus erfolgreich: Herde mit Tiroler Bison-Kuh „Ina“ wächst
Baku/Wien, am 23. September 2026 – Knapp acht Monate nach ihrer Auswilderung streift die Tiroler Bison-Kuh „Ina“ mit ihrer Herde frei durch die kaukasische Wildnis. Das aus dem Innsbrucker Alpenzoo stammende Tier wurde im Jänner gemeinsam mit weiteren Bisons aus europäischen Zoos nach Aserbaidschan umgesiedelt – mit Erfolg: Nach mehreren Monaten der Eingewöhnung hat sich die Herde mittlerweile gut an ihren neuen Lebensraum angepasst. Besonders erfreulich: Das erste Kalb ist bereits geboren – es stammt von einem gemeinsam mit Ina freigelassenen Muttertier namens „Omacka“. Damit nimmt die Rückkehr der Wildrinder in ihrem historischen Lebensraum weiter Fahrt auf. „Dass die Tiere jetzt selbstständig durch den Kaukasus ziehen und bereits Nachwuchs haben, ist ein großartiges Zeichen für den Erfolg des Projekts. Die Rückkehr des europäischen Bisons ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Schutz dieser beeindruckenden Art, sondern auch für viele andere Arten und die gesamte Landschaft von großer Bedeutung“, sagt Karim Ben Romdhane der die Auswilderung zu Jahresbeginn für den WWF Österreich begleitet hat.
Die Wiederansiedlung der europäischen Bisons ist insbesondere angesichts des weltweiten Rückgangs der Biodiversität von Bedeutung. Denn mit ihrem Fress- und Bewegungsverhalten schaffen und erhalten die großen Pflanzenfresser unterschiedliche Lebensräume und tragen damit zur Förderung der Artenvielfalt bei. „Wiederansiedlungsprojekte wie dieses leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten und zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme. Gleichzeitig können die Tiere den Naturtourismus und damit die regionale Wertschöpfung stärken“, sagt Romdhane.
Der WWF setzt sich seit 2012 für die Rückkehr der europäischen Bisons im Kaukasus ein. Mittlerweile konnten in der Region bereits 64 Tiere erfolgreich wieder angesiedelt werden – insgesamt ist die Zahl der wildlebenden Tiere im Shahdag Nationalpark seither auf rund 90 Tiere angewachsen. Ziel des Auswilderungsprojektes ist es, die Population langfristig weiter zu vergrößern und einen stabilen, sich selbst erhaltenden Bestand aufzubauen – besonders erfreulich ist daher die natürliche Fortpflanzung der Tiere in freier Wildbahn: „Jedes Kalb ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer langfristig stabilen Population europäischer Bisons im Kaukasus“, sagt Karim Ben Romdhane vom WWF Österreich.
GPS-Halsbänder zeigen „Ina“ mit männlichem Begleiter
Neben der Beobachtung der Herde durch erfahrene WWF-Ranger liefern GPS-Halsbänder wichtige Erkenntnisse über die Bewegungen der Tiere, die von ihnen genutzten Lebensräume und die Entwicklung der Herde. Seit der letzten Freilassung im Jänner sind die Bisons überwiegend in vier Gruppen unterwegs. Lediglich das männliche Tier „Tigga“ hält sich derzeit weiter entfernt von den anderen Tieren auf. Es wird erwartet, dass er sich während der nächsten Brunftzeit wieder einer Herde anschließt. Auch innerhalb der Herden zeigen die GPS-Daten interessante Entwicklungen: Das Weibchen „Ina“ hält sich derzeit bevorzugt an der Seite eines männlichen Tieres auf.
Über das Projekt:
Die Bison-Wiederansiedlung im Shahdag-Nationalpark ist ein Projekt des aserbaidschanischen Umweltministeriums in Zusammenarbeit mit dem WWF, dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Wisent der EAZA, dem Tierpark Berlin und der Umweltschutzorganisation IDEA. Das Projekt wird von Rewilding Europe und vielen anderen gefördert. In den kommenden drei Jahren sind weitere Auswilderungen im Projektgebiet geplant. Parallel wird geprüft, ob zusätzliche Auswilderungsgebiete im Kaukasus erschlossen werden können. Eine Ausweitung des Projekts auf weitere Regionen könnte dazu beitragen, langfristig stabile Bisonpopulationen aufzubauen und die Art besser zu schützen.
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