© Ola Jennersten/WWF Sweden
Ina auf großer Mission: Wie der WWF Wisente zurück in den Kaukasus bringt
Dem Tiroler Wisent Ina steht die wohl größte Reise ihres Lebens bevor. Denn sie hat eine wichtige Aufgabe: Ina soll gemeinsam mit bis zu 11 anderen Wisenten aus europäischen Zoos zum Erhalt ihrer Art im Kaukasus beitragen. Geboren wurde das knapp zweieinhalb Jahre alte Tier im Alpenzoo Innsbruck. Bald werden Ina und die Herde in den Shahdag-Nationalpark in Aserbaidschan reisen, um dort in die Wildnis entlassen zu werden. Denn jeder einzelne Wisent in freier Wildbahn ist wertvoll.
Rückkehr einer ausgerotteten Art
Wisente sind Wildrinder und in ihrem Charakter ruhig, aber auch sehr neugierig. Leider war die Art in Europa lange ausgestorben. Vor allem die schrumpfenden Lebensräume und die Überbejagung der Tiere sorgten ab dem 11. Jahrhundert dafür, dass die Population zurückging. Im Kaukasus wurde das letzte Wisent 1927 erlegt. Damit waren freilebende Wisente endgültig ausgerottet.
Doch zum Glück sorgen internationale Erhaltungszuchtprogramme und Artenschutz-Projekte dafür, dass die Wisente in ihre alte Heimat zurückkehren können. Mittlerweile leben wieder mehr als 200 Wisente in der Kaukasus Region, davon über 60 im Auswilderungsgebiet im Shahdag Nationalpark. Doch damit der Bestand nachhaltig gesichert ist, braucht es weitere Tiere vor Ort.
Der WWF setzt sich deshalb für die Rückkehr der Wisente im Kaukasus ein. Gemeinsam mit unseren Partnern bringen wir die Wisente wieder zurück in ihre alte Heimat in den Shahdag-Nationalpark. Wir arbeiten unter anderem mit dem Umweltministerium von Aserbaidschan, IDEA public union, dem Tierpark Berlin und dem Erhaltungszuchtprogramm für das Wisent der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA)/EEP zusammen.
12 Wisente für Auswilderung ausgewählt
Ein Dutzend Wisente aus verschiedenen europäischen Ländern wurden für die Mission ausgewählt. Neben Ina zählen die Wisent-Kühe Prya, Omana, Omleta, Omacka, Spirgit, Oriana, Tivonne und Tibea zu den Auserwählten. Auch die Bullen Tigga und Homas treten die Reise nach Aserbaidschan an. Ina ist das einzige Tier aus Österreich. Die anderen Wisente stammen aus Deutschland, Tschechien und Ungarn.
Die Auswilderung der Wisente ist komplex und benötigt viel Planung. Alle Tiere wurden bereits in den Berliner Tierpark gebracht, wo sie sich derzeit noch befinden. Dort können sie sich in Ruhe aneinander gewöhnen und werden auf den rund 4000 Kilometer langen Transport vorbereitet.
Reise nach Aserbaidschan
Wenn Ina und ihre Herde dann bereit für ihr großes Abenteuer sind, werden sie mit einem Lkw zum Flughafen transportiert – mit dabei sind auch Heu, Karotten und ausreichend Wasser. Per Flugzeug werden die Wisente in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku gebracht. Nach der Landung geht es erneut mit dem Lkw weiter bis zum Shahdag-Nationalpark. Eine Tierärztin des Tierpark Berlin und ein Wildbiologe des WWF stellen sicher, dass unnötiger Stress für die Tiere vermieden wird und es den Tieren während des gesamten Transportes an nichts mangelt.
Eingewöhnung im Nationalpark
Die Neuankömmlinge werden zunächst in das über 300 Hektar große Auswilderungszentrum im Nationalpark gebracht. Da die Zootiere nicht an das Leben in der Natur gewöhnt sind, werden sie innerhalb eines Jahres liebevoll auf dieses neue Kapitel vorbereitet. Ein engagiertes Team aus Wildhüter:innen, Wildbiolog:innen und Tierärzt:innen wird die Wisente betreuen. Dann ist hoffentlich schon bald der große Moment gekommen und wir können Ina und ihre Herde in die Kernzone des Nationalparks entlassen.
Wir brauchen Ihre Hilfe!
Doch um Ina, Prya, Tibea, Omlete, Spirgit, Omacka, Tivonne, Tigga, Homas, Omana und Oriana ihr neues Leben in Freiheit zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Hilfe. Denn die Eingewöhnung vor Ort ist aufwendig und der Transport der schwersten Landsäugetiere Europas eine enorme Herausforderung. Unterstützen Sie uns dabei, Ina und ihre Herde nachhause zu bringen!
Fakten
- Wisente waren in Europa lange ausgestorben. Der WWF setzt sich für die Rückkehr der Art auch im Kaukasus ein.
- Für die geplante Auswilderung wurden 12 Wisente aus verschiedenen europäischen Ländern ausgewählt.
- Sie werden in den Shahdag-Nationalpark in Aserbaidschan gebracht, um dort nachhaltig den Bestand zu sichern.
- Dort werden sie innerhalb eines Jahres liebevoll auf dieses neue Kapitel vorbereitet.
- Um das Auswilderungs-Projekt umsetzen zu können, brauchen wir Ihre Hilfe!

