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Verdacht auf Wildtierkriminalität: Was ist zu tun?

13. Juli 2023

Ein totes oder verletztes Wildtier wird entdeckt, die Umstände wirken verdächtig. Oder ein mutmaßlicher Giftköder bzw. eine Falle wurde ausgelegt. Was ist nun zu tun?

Fälle von Wildtierkriminalität sind oft schwer zu erkennen. Aber die Expert:innen von WWF und BirdLife Österreich können schnell beraten und Hilfestellung bieten. Wenn tote oder verletzte Greifvögel oder andere streng geschützte Arten wie Wolf, Luchs oder Fischotter ohne klar erkennbare Todesursache gefunden werden, gibt es dringenden Handlungsbedarf. Denn nur so kann Wildtierkriminalität aufgedeckt und bekämpft werden. Und verletzte Tiere können im besten Fall noch gerettet werden.

1. Nichts berühren!

Findet man ein totes Wildtier, mutmaßliche Giftköder oder verdächtige Fallen keinesfalls etwas berühren oder verändern – das ist ein potentieller Tatort. Handelt es sich um ein verletztes Tier darf man Hilfestellung leisten, man sollte aber jedenfalls Fachleute um Unterstützung bitten.

2. Dokumentieren

Es ist wichtig, dass die Fundsituation genau dokumentiert wird. Hier hilft es, sich die drei „W-Fragen“ zu stellen: wo, was und wann. Wo liegt der Fundort (am besten mit genauen Koordinaten)? Was wurde gefunden? Wann wurde die Beobachtung gemacht? Fotos vom Fund, Fundort und der Umgebung können später bei der Einstufung und Aufarbeitung von Wildtierkriminalität eine große Hilfe sein!

3. Rasche Rücksprache mit WWF und BirdLife

Meldungen aus der Bevölkerung sind im Kampf gegen Wildtierkriminalität ein wichtiger Grundpfeiler. Verdächtige Funde oder andere Hinweise auf Wildtierkriminalität sollte man sofort über die WWF-Hotline +43 676 444 66 12 oder die BirdCrime-Hotline +43 660 869 23 27 melden. Per E-Mail ist dies unter meldung@wildlifecrime.at möglich. Gerne können Meldungen auch anonym und diskret bearbeitet werden.

Wir können anbieten, eine Ersteinschätzung zur Sachlage zu geben und den Fall an die Polizei zur Ermittlung weiterzugeben. Alternativ kann man sich auch direkt an die Polizei wenden und dort nach einem „Umweltkundigen Organ“ fragen. Dabei handelt es sich um speziell ausgebildete Beamt:innen der Exekutive.

Hintergrund: Wieso ist Wildtierkriminalität ein großes Problem?

Wenn streng geschützte Arten illegal geschossen oder gefangen oder auch vergiftet werden handelt es sich um Wildtierkriminalität. Wie bedeutend das Ausmaß von Wildtierkriminalität in Österreich ist, hat der WWF im aktuellen Wildtierkriminalitätsbericht zusammengefasst. Zwischen Oktober 2016 und Jänner 2023 gab es über 350 Verdachtsfälle. In mehr als 35 % der Verdachtsfälle konnte illegale Verfolgung festgestellt werden. Weitere 7,5 % fallen wahrscheinlich auch darunter, in diesen Fällen deuten sämtliche Umstände auf Wildtierkriminalität hin. Opfer von illegaler Verfolgung waren vor allem Greifvögel, Falken und Eulen. Der WWF kämpft seit vielen Jahren gegen illegale Verfolgung geschützter Tierarten und arbeitet in unterschiedlichen Projekten.

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