Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Neuer Seeadler-Rekord in Österreich: WWF-Zählung erfasst so viele Paare wie noch nie

Wien, am 10.September 2026 – Die jüngste Seeadler-Großzählung der Naturschutzorganisation WWF zeigt einen historischen Höchststand: 123 territoriale Seeadler-Paare konnten hierzulande nachgewiesen werden – so viele wie noch nie seit seiner Rückkehr vor 25 Jahren. Damit setzt sich der Aufschwung von Österreichs Wappentier fort. „Der neue Höchstwert zeigt, wie wichtig konsequente Schutzmaßnahmen sind. Denn die Rückkehr des Seeadlers ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 25 Jahren gezielter Anstrengungen. Das bedeutet jedoch keine Entwarnung: Wildtierkriminalität in Form von illegalen Abschüssen und Vergiftungen sowie neuerdings auch Kollisionen gefährden die Art nach wie vor”, sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. Der WWF fordert daher den gezielten Ausbau von Schutzmaßnahmen, insbesondere zur Bekämpfung von Wildtierkriminalität und zur Sicherung geeigneter Lebensräume.
Seeadler-Hotspot im Waldviertel
Die neue Zählung ist Teil der aktuellen Studie „Populationsdynamik des Seeadlers“. Sie zeigt, dass 82 der 123 Seeadler-Paare nachweislich in Österreich gebrütet haben. 41 weitere Paare zeigen Revierverhalten, ohne dass eine Brut bislang bestätigt werden konnte. Die meisten Tiere halten sich in Niederösterreich auf. „Insbesondere das Waldviertel hat sich zum absoluten Lieblingswohnort der Tiere entwickelt: Hier kommen rund 50 Prozent des österreichischen Brutbestandes vor”, sagt Christian Pichler vom WWF. Auch die Seeadlerdichte ist mit rund 1,5 Brutpaaren pro 100 Quadratkilometern im Waldviertel am höchsten. In einzelnen Gebieten erreicht sie sogar sieben Brutpaare pro 100 Quadratkilometer.
Die unter Mithilfe zahlreicher Helfer:innen durchgeführte Seeadler-Zählung zeigt außerdem, dass in den früh wiederbesiedelten Regionen wie dem Burgenland sowie in den March–Thaya- und den Donauauen bereits viele Reviere besetzt sind. Daher verlangsamt sich das Wachstum der Bestände in diesen Gebieten mittlerweile und nähert sich allmählich seinen natürlichen Grenzen. Gleichzeitig wachsen die Bestände in später besiedelten Regionen wie der Steiermark, Oberösterreich und dem Weinviertel noch stärker an. „Mit der aktuellen Bestandsgröße von 123 Seeadler-Paaren dürfte die Obergrenze noch nicht erreicht sein. Wie sich die Seeadlerpopulation entwickelt, hängt auch davon ab, ob die bestehenden Gefährdungsursachen wirksam ausgeschaltet werden können“, sagt Christian Pichler vom WWF.
Aufteilung:
123 Seeadler-Paare besetzen ein eigenes Revier in Österreich. 82 davon haben nachweislich gebrütet:
Waldviertel: 67 Paare, davon 38 Brutpaare
Donauauen westlich von Wien (NÖ): 6 Paare, davon 5 Brutpaare
Weinviertel: 8 Paare, davon 6 Brutpaare
March-Thaya-Auen: 8 Brutpaare
Nationalpark Donau-Auen: 7 Brutpaare
Industrieviertel: 2 Brutpaare
Oberösterreich: 3 Paare, davon 2 Brutpaare
Nordburgenland: 8 Paare, davon 7 Brutpaare
Südburgenland: 2 Paare, davon 1 Brutpaar
Steiermark: 12 Paare, davon 6 Brutpaare
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