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Appell der Wirtschaft

Verantwortung übernehmen – für den Klimaschutz

Deutliche Stimme der Wirtschaft gefragt

Wirtschaft und Umweltschutz brauchen sich gegenseitig. Nur durch eine energieeffiziente, klimagerechte, kreislauforientierte Wirtschaft können wir unsere Wirtschaftsgrundlage und unsere Lebensgrundlage erhalten. Durch Einbringen ihrer Lösungskompetenz können Unternehmen die Politik bei der Etablierung marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz unterstützen.
Viele Unternehmen in Österreich sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich für klimaverträgliches Wirtschaften einzusetzen. Damit diese Stimmen gehört werden, bieten WWF & GLOBAL 2000 ihnen mit dem „Appell der Wirtschaft“ eine Plattform um der österreichischen Regierung klare Botschaften zu senden.
Diese Botschaft ist mehr als deutlich: 245 Unternehmen mit einem Umsatz von über 62 Milliarden Euro und 216.000 Beschäftigten fordern 2021 einen Green Deal für Österreich von Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Kogler (Vergleich: Jahresumsatz österr. Bausektor ~52 Mrd. €). Die Unternehmen fordern klare politische Rahmenbedingungen, damit sie zielorientiert investieren und sich mit zukünftigen Marktrisiken auseinandersetzen können.

Lasche Politik heizt die Klimakrise an

Weltweit steigen noch immer die Treibhausgasemissionen, in Österreich sind sie halbwegs konstant. Konstant heißt, dass jedes Jahr zusätzlich ca. 80 Millionen Tonnen Treibhausgase aus Österreich in die Atmosphäre gelangen und sich dort ansammeln. Dies zeigt wie wirkungslos Klimapolitik in den letzten Jahrzehnten war.
Bereits im “Kyoto-Vertrag” wurden verbindliche Reduktionsziele vereinbart. Statt diese umzusetzen, verwendeten Österreichs Politiker Millionen an Steuergeldern, um sich von den Verpflichtungen freizukaufen. Auch das Pariser Klimaschutzabkommen, in dem sich 2015 die Staaten zu Klimaschutz verpflichteten, hat bisher kaum Wirkung gezeigt. Die erste Vorlage einer österreichischen Klima- und Energiestrategie bis 2030 war völlig ungeeignet.
Der Plan der Regierung Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen ist das absolut richtige Ziel. Um auf den Klimawandel richtig zu reagieren ist in Österreich eine Halbierung des Energieverbrauches, sowie ein vollständiger Umstieg auf naturverträgliche erneuerbare Energie und eine nahezu vollständige Vermeidung von Treibhausgasen notwendig.

Wie eine zukunftsorientierte Klimapolitik aussieht

Der Auftrag für die globale Politik ist sehr klar, die durchschnittliche Erderwärmung darf bis Ende dieses Jahrhunderts 1,5° nicht übersteigen. Alle Staaten haben zugesagt die Klimaneutralität mit größtmöglicher Ambition anzustreben. Zukunftsorientierte Politik in Österreich heißt daher unter anderem:

  • Ein wirksames Energie-Effizienz-Gesetz, eine ökologische Steuerreform und einen adäquaten CO2-Preis umsetzen.
  • Die Umgestaltung des Energiesystems weg von fossilen, hin zu naturverträglich bereitgestellten erneuerbaren Energieträgern. Hier braucht es klare Vorgaben, z.B. für den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen, Naturschutzkriterien für die Ökostromförderung oder für die Abschaffung des Dieselprivilegs.
  • Wälder, Moore, intakte Flüsse und viele andere natürliche und naturnahe Ökosysteme müssen streng geschützt oder restauriert werden.
  • Umweltschädliche Subventionen, die den Klima- und Biodiversitätszielen entgegenwirken, müssen abgebaut und ökologisch vernünftig investiert werden.
  • Einen verpflichtenden Klimacheck beschließen, bei dem geplante Gesetze und Projekte der öffentlichen Hand von einem unabhängigen Wissenschaftsgremium auf ihre Auswirkungen für das Klima und die Natur überprüft werden. Mit konkreten Konsequenzen und transparent für die Bevölkerung.
  • Strengere Richtlinien und Transparenz für eine nachhaltige Transformation des Finanzsektors.

Warum es den Appell der Wirtschaft braucht

Wirksamer Klimaschutz kann nur gemeinschaftlich von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und KonsumentInnen bewerkstelligt werden. Die Regierungen brauchen das Know-how und die Unterstützung von Unternehmen, um eine effektive Klimaschutzpolitik realisieren zu können. Unternehmen brauchen Klarheit und Sicherheit seitens der Regierungen, um zielorientiert investieren zu können und sich mit bestehenden sowie zukünftigen Marktrisiken auseinander zu setzen.
Der Wirtschaft kommt bei der Realisierung einer wirksamen Klimaschutzpolitik eine Schlüsselrolle zu. Unternehmen sind einerseits mit zunehmenden Klimawandelrisiken konfrontiert, gleichzeitig befinden sie sich in der einzigartigen Position, eine effektive Antwort auf den Klimawandel vorantreiben zu können. In Gesprächen mit der Politik sowie der öffentlichen Verwaltung haben sie die Möglichkeit, Marktchancen und Innovationspotenziale für den Klimaschutz aufzuzeigen. Diese Chancen wollen wir verstärken und die politische Kraft von Unternehmen wirksam einsetzen. Denn gut geplant werden sich wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz wechselseitig verstärken.

 

Viele große und kleine österreichischen Unternehmen möchten sich für den Klimaschutz einsetzen und Verantwortung übernehmen. Unser Ziel ist es, diese Unternehmen für die Politik sichtbar zu machen und mit gemeinsamen Kräften für die Eindämmung der menschengemachten Klimakrise einzutreten.

Unternehmen brauchen politische Rahmenbedingungen um vorausschauend Handeln zu können. Politik braucht das Know-How der Unternehmen, um wirksame Klimapolitik zu realisieren. Hier wollen wir Engagements verknüpfen und Synergien verstärken. Denn wirksamer Klimaschutz kann nur gemeinschaftlich verwirklicht werden.

Kontakt

Karl Schellmann
Klimasprecher
Mobil: +43 676 83 488 249
E-Mail: karl.schellmann@wwf.at

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