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WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Wien, 24. September 2026 – Laut einer neuen GlobeScan-Umfrage im Auftrag des WWF sehen 91 Prozent der befragten Führungskräfte im Wandel zu einer klimafreundlichen, ökologisch nachhaltigen Wirtschaft einen langfristigen Wettbewerbsvorteil. Zugleich bewerten 55 Prozent die Auswirkungen der jüngsten EU-Initiativen zur sogenannten Vereinfachung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsgesetzen auf ihr Unternehmen als negativ oder gemischt. Befragt wurden 350 Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen in Europa. „Mit dem Abbau von Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorschriften geht die EU-Kommission an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbei. Diese brauchen einen verlässlichen Rahmen für ihre Investitionen“, sagt WWF-Wirtschaftsexpertin Lisa Simon. Die Politik solle den Green Deal daher stärken, anstatt zu schwächen.
Nur 29 Prozent der Befragten berichten von positiven Auswirkungen der EU-Initiativen zur Deregulierung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorgaben. Unter jenen Führungskräften mit negativen oder gemischten Erfahrungen geben 57 Prozent an, dass die Gesetzesänderungen die Unsicherheit über den künftigen EU-Kurs erhöht haben. Zudem berichten Unternehmen, dass bereits finanzierte Vorbereitungen auf gesetzliche Anforderungen durch die Änderungen hinfällig geworden sind und sich weitere Nachhaltigkeitsinvestitionen wirtschaftlich schwerer rechtfertigen lassen. „Das ständige Aufweichen beschlossener Umweltregeln benachteiligt gerade jene Betriebe, die früh in den ökologischen Wandel investiert haben. Die Politik muss diesen Unternehmen mehr Rückhalt geben“, fordert Lisa Simon.
Planungssicherheit steht für Führungskräfte an erster Stelle
Bei der Frage nach den wichtigsten EU-Maßnahmen für mehr Wettbewerbsfähigkeit konnten die befragten Führungskräfte jeweils zwei Prioritäten nennen. Am häufigsten wünschen sie sich vorhersehbare und aufeinander abgestimmte politische und gesetzliche Vorgaben (43 Prozent). Darauf folgen öffentliche Investitionen und Anreize für den ökologischen Umbau, Forschung und Innovation (31 Prozent) sowie der Zugang zu leistbarer, verlässlicher und sauberer Energie (29 Prozent).
Die Mehrheit der Befragten erwartet trotz kurzfristiger Herausforderungen langfristig eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit. Als Vorteile des grünen Wandels nennen Führungskräfte insbesondere geringere Klima- und Naturrisiken, eine sicherere Versorgung mit Energie und Rohstoffen sowie besser kalkulierbare Kosten. Zugleich hält es mehr als die Hälfte aller Befragten (56 Prozent) unter den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für unwahrscheinlich, dass die EU ihre zentralen Nachhaltigkeitsziele erreicht.
Über die Umfrage
Für den Report „Beyond Uncertainty“ befragte das Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobeScan im Juni und Juli 2026 online 350 Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen in Europa. Die Studie wurde vom WWF European Policy Office beauftragt und von GlobeScan unabhängig konzipiert, durchgeführt und ausgewertet.
Den GlobeScan-Report und aktuelle Pressebilder von WWF-Expertin Lisa Simon gibt es HIER.
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