• Stiel-Eiche , © by © F.Hahn/4nature
    Stiel-Eiche
    Die Stiel-Eich gilt als Charakterbaum der Auwälder. In Österreich verschwindet diese markante Baumart jedoch zunehmend, da andere, rasch-wachsende Bäume die Keimlinge verdrängen. Hinzu kommt noch das Absinken des Grundwasserspiegels durch Dammbauten und Kraftwerke

Vereint statt getrennt

Schutz der Auen an March und Thaya
Wien, Hohenau - Am 24. Februar 2011 rückte das niederösterreichische Hohenau ins Blickfeld des europäischen Naturschutzes: 50 Fachexperten aus Österreich, Tschechien und der Slowakei berieten in der Gemeinde im Dreiländereck über gemeinsame Schutzmaßnahmen für die 55.000 Hektar große Aulandschaft entlang der Grenzflüsse March und Thaya. Im Rahmen des ersten von drei geplanten Treffen in den nächsten Jahren, soll Vogelarten wie dem Weißstorch geholfen werden.

„Meister Adebar hält sich natürlich nicht an Staatsgrenzen, wenn er auf slowakischen Wiesen nach Nahrung für seine Jungen sucht, die er in den Baumhorsten auf österreichischer Seite großzieht“, erklärt Gerhard Egger vom WWF. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist für den einzigartigen Naturraum der March-Thaya-Auen deshalb besonders wichtig.

Im von der EU kofinanzierten Dreiländerprojekt "RAMSAR-SKAT" wird der Schutz von über hundert Jahre alten Auwäldern ebenso gefördert wie der Erhalt selten gewordener Feuchtwiesen. Bedrohte Arten wie der Wachtelkönig und der Weißstorch sind auf diese Lebensräume angewiesen.

Anlässlich des Treffens der Ländervertreter wurden Möglichkeiten diskutiert, die vielfältigen Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit der Bevölkerung praktisch umzusetzen. So betonte Gerhard Schwach vom Lebensministerium: „Mit der Ausweisung als länderübergreifendes RAMSAR Schutzgebiet 2007 haben sich Österreich, die Slowakei und Tschechien für den gemeinsamen Schutz dieser einzigartigen Landschaft ausgesprochen. Jetzt geht es darum, noch mehr Bewusstsein für den hohen Wert der Artenvielfalt der March-Thaya-Auen zu schaffen." Deshalb sei es wichtig, die Naturjuwele der Region auch grenzüberschreitend besser erlebbar zu machen, so Schwach.

Die Teilnehmer der Zusammenkunft in Hohenau, darunter Vertreter aus den Reihen der Land- und Forstwirtschaft, der Landnutzer, der Wissenschaft und des Naturschutzes, wollen ein klares Bild bekommen und vermitteln, was zu schützen ist und wie dies zu erfolgen hat. Basis dafür sind die  gemeinsame Erhebung von Arten und Lebensräumen, sowie trilateral abgestimmte Maßnahmen für Schutz und Bewirtschaftung. Eine öffentlich zugängliche Datenbank soll in Zukunft einen einfacheren Zugang zu den relevanten Informationen ermöglichen.

Einst am „Rande Europas“ gelegen, treten die March-Thaya-Auen zunehmend ins Zentrum von Wirtschaftsinteressen. Damit diese Entwicklung im Einklang mit der einzigartigen Natur der Region passiert, sollen hinkünftig auch konfliktträchtige Themen, wie die Verbesserung der Verkehrsverbindungen zwischen den Nachbarländern, grenzüberschreitend diskutiert werden.

Das RAMSAR Gebiet March-Thaya-Auen
Das 55.000 Hektar große Gebiet wurde 2007 zum weltweit ersten RAMSAR-Gebiet, das sich über drei Länder erstreckt, erklärt. Die „Trilaterale Ramsar-Plattform“ (TRP) tauscht sich seither regelmäßig über Aktivitäten und den Handlungsbedarf im Gebiet aus. Ein Ziel der TRP ist die Entwicklung eines gemeinsamen Ramsar-Managementplans. Dieser soll die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gewährleisten.

Die RAMSAR-Konvention
Heuer vor 40 Jahren wurde die RAMSAR-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung in der iranischen Stadt Ramsar gegründet. Mittlerweile haben 160 Staaten dieses Naturschutzabkommen unterzeichnet, das wesentlich zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde beiträgt. Österreich ist seit 1983 Mitglied der Konvention und besitzt 19 Feuchtgebiete, die in die RAMSAR-Liste aufgenommen wurden.

Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, claudia.mohl@wwf.at
Gerhard Egger, WWF-Projektleiter March-Thaya-Auen, Tel. 01/488 17-272, gerhard.egger@wwf.at
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