September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Wien, 2. Oktober 2026 – Die Umweltschutzorganisation WWF kritisiert den späten und lückenhaften Start des von der Bundesregierung ab Juli 2029 geplanten Wasserentnahmeregisters. „Wir verlieren damit wertvolle Jahre, bis klar ist, wie viel Wasser tatsächlich entnommen wird. Das Register muss früher starten und mehr Entnahmen erfassen als geplant“, fordert WWF-Expertin Bettina Urbanek unter Verweis auf die Hitze- und Dürreperioden, die sich durch die Klimakrise rasant verschärfen.
Der WWF warnt insbesondere vor „blinden Flecken“ im Register durch zu hohe Schwellenwerte und zu viele Ausnahmen. Entscheidend für dessen Wirksamkeit sei nämlich, wer ab welcher Entnahmemenge und ab wann melden muss. „Die Schwellenwerte müssen so gewählt werden, dass auch die Gesamtbelastung durch viele kleinere Entnahmen ausreichend erfasst wird. Denn wo Wasser für Mensch und Natur knapp wird, müssen Behörden die Wassernutzung rechtzeitig begrenzen können“, sagt Urbanek.
Überhöhte Grundwasser-Entnahmen können auch das Niedrigwasser in Flüssen verschärfen und damit wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen gefährden. Künftige Entnahmeregeln müssen daher sicherstellen, dass ausreichend Wasser in den Flüssen bleibt, fordert der WWF. Zusätzlich müssen Bund und Länder den Wasserrückhalt stärken: durch mehr Platz für Flüsse und Auen, die Wiedervernässung von Mooren und den besseren Schutz unverbauter Böden.
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