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„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Wien, 5. Oktober 2026 – Der WWF hat gegen die Plakatkampagne des Versicherungsanbieters Smile mit dem Slogan „Reh umgefahren. Halb so Wild“ eine Beschwerde beim Österreichischen Werberat eingebracht. Das Sujet verharmlost aus Sicht der Naturschutzorganisation das Leid verletzter und getöteter Wildtiere. „Dieser Werbespruch ist respektlos und zynisch. Wildunfälle bedeuten jedes Jahr für zehntausende Tiere Schmerzen, schwere Verletzungen oder den Tod und können auch Menschenleben gefährden“, sagt WWF-Biologe Christian Pichler.
Der WWF verlangt vom Werberat „als klares Signal“ eine Aufforderung zum sofortigen Werbestopp bzw. Sujetwechsel, wie sie dessen Verfahrensordnung vorsieht. Eine bloße Mahnung zu mehr Sensibilität greife zu kurz, weil damit die weitere Verbreitung einer Tierleid verharmlosenden Botschaft möglich wäre. Smile müsse zudem künftig auf derartige Werbung verzichten.
„Smile sollte seine Reichweite nutzen, um Wildunfällen vorzubeugen. Gerade ein Versicherungsanbieter sollte auch jene Folgen im Blick haben, die sich nicht mit Geld ausgleichen lassen“, sagt Pichler. Der WWF appelliert vor diesem Hintergrund an Autofahrerinnen und Autofahrer, besonders in Wildwechselbereichen aufmerksam zu fahren und das Tempo zu reduzieren.
Wildunfälle: Fast 180 getötete Tiere pro Tag
Laut Angaben der Statistik Austria wurden im Jagdjahr 2024/25 rund 65.000 Wildtiere auf Österreichs Straßen getötet. Das entspricht im Schnitt fast 180 Tieren pro Tag oder einem getöteten Wildtier alle acht Minuten. Im Kalenderjahr 2025 wurden zudem 283 Wildunfälle mit Personenschaden registriert. Dabei wurden 322 Menschen verletzt, 71 davon schwer.
„Wildtiere sind Teil unserer Natur. Ihr Leben verdient Respekt, auch in der Werbebranche“, sagt Christian Pichler vom WWF.
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