Biber in Österreich: Verbreitung und Lebensraum
Biber gestalten Flüsse, Bäche und Auen. Die fleißigen Nager bauen Dämme, halten Wasser in der Landschaft zurück und schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auch wir Menschen profitieren von der Arbeit der streng geschützten Tiere: Gerade bei Hitze und Dürre sind natürliche Wasserspeicher besonders wichtig.
Wie viele Biber in Österreich leben, erheben die einzelnen Bundesländer. Der WWF hat die verfügbaren Bestandsschätzungen in seinem Biberbericht zusammengetragen.
Wie viele Biber leben in Österreich?
Auf Basis der Bestandsschätzungen der Bundesländer leben in Österreich rund 15.900 Biber. Die zugrunde liegenden Daten stammen aus den Jahren 2018 bis 2025. Da die Erhebungen aus unterschiedlichen Jahren stammen, auf verschiedenen Methoden beruhen und teilweise Hochrechnungen enthalten, ist die Zahl als Näherungswert zu verstehen. Neue Zahlen werden mit dem nächsten Bericht Österreichs an die EU-Kommission im Rahmen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) vorgelegt. Alle sechs Jahre berichten die EU-Mitgliedstaaten darüber, wie es um geschützte Arten und ihre Lebensräume steht.
Zu den Hauptgefahren für den Biber zählen der Verlust geeigneter Lebensräume, behördlich erlaubte Tötungen und illegale Abschüsse. Konflikte entstehen insbesondere dort, wo Menschen die Gewässer und ihre Ufer intensiv nutzen.
Lebensraum: Wo sind Biber zuhause?
Biber leben an Flüssen, Bächen und Teichen. Ein Revier kann sich über einen bis sieben Kilometer entlang eines Gewässers erstrecken. Meist bewegen sich die Tiere nicht weiter als etwa 20 Meter vom Wasser entfernt. Ihr Lebensraum ist deshalb oft lang und schmal.
Biber bleiben ihrem Revier treu und verteidigen es auch gegen Artgenossen. Dabei kann es zu heftigen Kämpfen kommen, die mitunter tödlich enden können.
Warum wachsen Biberbestände nicht unbegrenzt?
Wie viele Biber in einem Gebiet leben können, hängt vor allem vom verfügbaren Lebensraum und der Nahrung ab. In noch unbesiedelten Gebieten kann eine Biberpopulation jährlich um maximal 15 bis 20 Prozent wachsen. Mit zunehmender Besiedlung wird es für Jungtiere jedoch immer schwieriger, ein freies Revier zu finden. Das begrenzte Angebot an geeigneten Lebensräumen und Nahrung setzt dem Wachstum der Nagetiere natürliche Grenzen.
Wie verändern Biber die Landschaft?
Biber schaffen in ihren Revieren ein vielfältiges Mosaik aus kleinen Lebensräumen. Besonders an stark verbauten oder begradigten Gewässern können ihre Aktivitäten dazu beitragen, wieder mehr natürliche Strukturen entstehen zu lassen.
Welche Vorteile bringen Biber-Dämme?
Mit ihren Dämmen stauen Biber Fließgewässer auf. Es entstehen Biberteiche und ruhigere Gewässerabschnitte, von denen unter anderem Amphibien und Insekten profitieren. Das zurückgehaltene Wasser hilft, die Umgebung feucht zu halten.
Schaffen gefällte Bäume neues Leben?
Ja, denn wenn Biber Bäume fällen, gelangt mehr Licht an die Ufer, und die Uferwälder können sich verjüngen. Stämme und Äste im Wasser verändern die Strömung und bieten Fischen Verstecke. Auch abgestorbenes Holz schafft wertvolle Lebensraumstrukturen.
Wie bringt der Biber mehr Vielfalt am und im Wasser?
Biber können dazu beitragen, dass Gewässerbereiche ausreichend kühl bleiben und sich die Bedingungen für Fische und ihre Brut verbessern. Gibt es mehr Jungfische, profitieren davon wiederum fischfressende Vögel wie der Eisvogel. So entstehen durch die Aktivitäten des Bibers auf engem Raum unterschiedliche Lebensräume, die zahlreichen weiteren Arten Nahrung und Schutz bieten.
Warum setzt sich der WWF für den Biber ein?
Biber waren in Österreich lange Zeit ausgestorben, dank strenger Schutzbestimmungen und Artenschutzbemühungen sind sie wieder zurück. Die fleißigen Nager sind wichtige Verbündete für den Natur- und Gewässerschutz: Sie schaffen artenreiche Lebensräume und halten Wasser in der Landschaft zurück. Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, die streng geschützten Tiere zu fördern und ihre Lebensräume zu erhalten.
Wo Konflikte entstehen, braucht es wirksame Vorsorge und gezielte Lösungen vor Ort. Dazu gehören mehr Platz entlang der Gewässer und der Schutz einzelner Bäume oder gefährdeter Flächen. Pauschale Tötungsregeln widersprechen dem EU-Recht und werden der ökologischen Bedeutung des Bibers nicht gerecht.




