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© Sebastian Fröhlich

Die ESRS kommen: die European Sustainability Reporting Standards für Unternehmen

Ist Ihr Unternehmen gut vorbereitet?

Für eine Vielzahl von Unternehmen bedeutet die CSRD im ersten Schritt eine Anpassung der Berichterstattung an die neuen Anforderungen. Wie bereits bei der EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten, gewinnt allen voran die Wechselwirkung zwischen finanziellen und nichtfinanziellen Kennzahlen an Bedeutung.

Künftig müssen also deutlich mehr Unternehmen ein so genanntes ESG-Reporting erstellen und darin ökologische (environmental), soziale (social) und führungsbezogene (governance) Aspekte offenlegen. Welche Aspekte hier beachtet werden müssen, regeln die European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

 

European Sustainability Reporting Standards

Transparenz als Startpunkt für Transformation

Indem die Europäische Kommission einheitliche und umfassende Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung eingeführt hat, wird die dringend benötigte Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfung möglich. Den ESRS liegt das Prinzip der doppelten Wesentlichkeit zugrunde. Dieses berücksichtigt sowohl die Auswirkungen eines Unternehmens auf die Umwelt und Menschen als auch die Auswirkungen von ökologischen und sozialen Aspekten auf den Unternehmenswert.

Die ESRS werden die Nachhaltigkeitsberichterstattung – und mittelfristig auch das Management von Transformationsprozessen – grundlegend verändern. Inhaltlich sind die zu berichtenden Themen keine Innovation. Die Innovation liegt vielmehr in der Verbindlichkeit und Standardisierung der notwendigen Angaben und findet sich darüber hinaus in Details wie der Forderung, Natur als stiller Interessenträger zu berücksichtigen. Etwaige Ermessens- und Interpretationsspielräume sind daher verantwortungsvoll zu nutzen. So können Unternehmen gegenüber ihren Stakeholdern den Nachweis antreten, dass sie in einer sich wandelnden Welt erfolgreich wirtschaften und Verantwortung für die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit übernehmen können und wollen.

Keine Frage der Perspektive: Die ESRS sind eine Chance

Was für unsere Umwelt, das Klima und all die Menschen, die in globalen Lieferketten arbeiten, ein Gewinn ist, stellt insbesondere die Unternehmen vor Herausforderungen, die erstmals ein ESG-Reporting erstellen müssen. Das Datenmanagement wird komplexer und erfordert zusätzliche Ressourcen. Dem steht nicht selten eine Qualifikationslücke im Bereich Nachhaltigkeit gegenüber. Hinzu kommt, dass sektorspezifische Standards voraussichtlich erst im Jahr 2025 in Kraft treten werden.

Trotz dieser Herausforderungen sind die ESRS das rahmengebende Instrument für eine ganzheitliche Nachhaltigkeitstransformation. Und die entscheidet künftig über die Legitimität und Resilienz von Unternehmen. Das Weltwirtschaftsforum nennt einen guten Grund dafür: Bereits in zehn Jahren könnten vier umweltbezogene Risiken das Ranking der für Wirtschaft und Gesellschaft größten Risiken anführen – allen voran Extremwettereignisse, gefolgt von kritischen Veränderungen der Erdsysteme, dem Verlust der biologischen Artenvielfalt und Zusammenbruch der Ökosysteme sowie der Verknappung natürlicher Ressourcen. Angesichts dieser Prognose gilt: Das Management von Umweltrisiken ist weniger ein regulatorischer Imperativ als eine unternehmerische Chance.

CSRD & ESRS

Die Corporate Sustainability Reporting Directive – kurz CSRD – ist Anfang 2024 in Kraft getreten. Viele Unternehmen sind dadurch erstmalig zu einer umfassenden Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Die Offenlegung der Nachhaltigkeitsdaten folgt dabei den Vorgaben der European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Der WWF unterstützt Unternehmen, um hier das erforderliche Wissen aufzubauen und konkrete Lösungen anzugehen.

Die Umsetzung der CSRD ist keine Pflichtübung, welche es im Rahmen von Compliance-Zielen zu erreichen gibt. Denn richtig angewendet stößt sie Transformationsprozesse an, minimiert wirtschaftliche Risiken und macht Unternehmen zukunftsfit.

Jakob Mayr

Programmanager Sustainable Finance, WWF Österreich

Grundlagen für ESRS mit dem WWF schaffen

Ob Klimawandel (ESRS E1), Umweltverschmutzung (ESRS E2), Wasser- und Meeresressourcen (ESRS E3), biologische Vielfalt und Ökosysteme (ESRS E4) oder Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft (ESRS E5) – Unternehmen müssen den neuen regulatorischen Rahmen nutzen, um nachhaltige Transformation ambitioniert umzusetzen.

Der WWF unterstützt bei der Erfüllung der ESRS: Mit Hilfe unserer jahrelangen, interdisziplinären Expertise können wir helfen, etwaige Qualifizierungslücken zu schließen, Wissen strategisch aufzubauen, konkrete Maßnahmen zu setzten und stillen Stakeholdern eine Stimme zu geben.

Es gilt wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden mit anspruchsvollen Richtlinien und Standards zusammenzuführen. Dazu zählen die Rahmenwerken der Science Based Targets for Climate und Science Based Targets for Nature, sowie ambitionierte Instrumente und Ansätze, wie den WWF Risk Filter oder die WWF Biodiversity Stewardship Framework und das Net Zero Framework.

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Rückfragen

Jakob Mayr
Programmmanager Sustainable Finance, WWF Österreich

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