Praxistipps: Was mache ich, wenn ich einem Braunbären begegne?

Video: Richtiges Verhalten beim Zusammentreffen mit Bären

…ich eine Bärenspur entdeckt habe?
Fotografieren Sie den Spurenverlauf und machen Sie eine Detailaufnahme eines einzelnen Pfotenabdruckes mit einem Größenvergleich (z.B. Stift). Kontaktieren Sie einen Bärenanwalt und stellen Sie ihm Datum, Fundort und Fotos der fraglichen Spur zur Verfügung. Sie helfen so, mögliche wertvolle Daten über die Anwesenheit und das Vorkommen von Braunbären zu erfassen. Nützen Sie dafür bitte das Bärenmeldeformular

…ich einen Bären sehe?
Bleiben Sie ruhig stehen und machen  Sie den Bären durch lautes Reden und Bewegen der Arme auf sich aufmerksam. Nicht weglaufen! Verhalten Sie sich nicht ängstlich, aber vermeiden Sie alles, was der Bär als Bedrohung empfinden könnte. Werfen Sie nicht mit Steinen oder Stöcken, und versuchen Sie nicht, den Bären mit drohenden Gesten oder unkontrollierten Bewegungen zu verscheuchen. Verzichten Sich zugunsten Ihrer eigenen Sicherheit auf einen „Bärenschnappschuss“.

Unser Video zeigt Tipps für das richtige Verhalten bei der Begegnung mit einem Braunbären:

…ich einen Jungbären sehe?
Jungbären sind nie alleine unterwegs! Die Bärenmutter ist immer in der Nähe und sehr besorgt um ihren Nachwuchs. Ziehen Sie sich langsam und ruhig zurück.

…sich ein Bär aufrichtet?
Das ist keine Drohgebärde! Ein Bär richtet sich auf, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, indem er seine Nase in den Wind hält.

…ein Bär angreift?
Legen Sie sich auf den Boden und geben Sie ihre Hände in den Nacken. Der Bär erkennt so, dass Sie keine Gefahr für Ihn sind. Stellen Sie sich tot und wehren Sie sich nicht. Warten Sie, bis der Bär wieder weit genug weg ist.

Keine Panik
Die Wahrscheinlichkeit einen Bären zu treffen, ist äußerst gering! Bären sind von Natur aus scheu – sie werden Ihnen so früh wie möglich aus dem Weg gehen, da ihr ausgezeichneter Geruchs- und Gehörsinn sie rechtzeitig warnt. Sollten Sie sich unsicher fühlen, singen Sie ein Lied oder reden Sie etwas lauter! Melden Sie alle Sichtungen den Bärenanwälten!

Nicht füttern oder anlocken
Bären lernen schnell, sich an Futterquellen zu gewöhnen. Lassen Sie daher keine Essensreste zurück! Locken Sie keine Bären zum Fotografieren oder Beobachten an!

Sie sind LandwirtIn in einem Bärengebiet:

  • Lassen Sie keine Futtermittel vor dem Haus oder vor dem Stall.
  • Bringen Sie die Schafe nach Möglichkeit über Nacht in den Stall, wenn ein Bär ein Tier gerissen hat.
  • Verwahren Sie Fischfutter bärensicher (z.B. dichter Metallbehälter), Holzhütten und Plastikbehälter bieten keinen Schutz. Sichern Sie gefährdete Bienenstöcke mit einem Elektrozaun.

Sie sind JägerIn in einem Bärengebiet:

Folgen Sie keiner Bärenfährte!

  • Suchen Sie nie ohne Hund nach! Ein Hund kann einen Bären anzeigen. Beachten Sie aber, dass eine aggressive Reaktion Ihres Hundes den Bären auch reizen kann.
  • Seien Sie bei einer Nachsuche nach Einbruch der Dunkelheit besonders vorsichtig.
  • Lassen Sie den Aufbruch weitab von Hütten, wegen und Forststraßen im Wald.
  • Füttern Sie keine Bären an.
  • Verwahren Sie kein Futter außerhalb der Fütterungsperiode an den Wildfütterungen.
  • Deponieren Sie keine Futterreste in Hüttennähe.
  • Führen Sie vor allem im Winter keine Riegeljagden durch – Sie könnten den Bären im Winterlager stören.
  • Verständigen Sie die Bärenanwälte oder die Bezirksverwaltungsbehörde, wenn ein Bär sich regelmäßig an Fütterungen oder Luderplätzen aufhält oder sich wenig scheu verhält.

Sie sind FörsterIn in einem Bärengebiet:

  • Bären wittern Rapsöl sehr weit! Nehmen Sie Rapsölkanister und Motorsägen mit oder verwahren Sie diese bärensicher (z.B mind. in 3 Meter Höhe zwischen zwei Bäumen hängend).
  • Lassen Sie Ihre Verpflegung nicht im Wald liegen.
  • Machen Sie Lärm, bevor Sie in einen Windwurf oder eine Dickung gehen. Bären schlafen oft tagsüber an solchen Stellen.

Schäden
Bei Schäden lassen Sie alles unverändert, machen Sie Fotos und rufen Sie den Bärenanwalt!

 

Mehr Infos zum Braunbär:

 

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