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Business Unusual: Was die Erkenntnisse des Living Planet Report 2026 für die Wirtschaft bedeuten
Minus 73 Prozent – Was jetzt?
Seit 1970. So stark sind die weltweit erfassten Bestände von Wirbeltieren laut den neuesten Erhebungen des Living Planet Reports zurückgegangen. Grundlage sind die bislang umfangreichsten Daten des Reports mit 35.803 Populationen aus 5.790 Arten.
Große Bedrohung im Süßwasser
Am stärksten sind zum wiederholten Mal Bestände zurückgegangen, deren Existenz von intakten Flüssen, Gewässern und Feuchtgebieten abhängt. Dazu zählen viele Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, aber auch Säugetiere. Die untersuchten Bestände in Süßgewässern sind im Schnitt um 85% zurückgegangen. Aber auch Populationen an Land verzeichnen einen Rückgang um 69% und im Meer um 59%.
Regionen unterschiedlich betroffen
Zwar weisen die Kurven überall auf der Erde nach unten, aber manche Regionen sind stärker betroffen: Allen voran Lateinamerika und Karibik ist einer Vielzahl von Bedrohungen und raschesten Veränderungen ausgesetzt. Umwandlung von Grasland, Wäldern und Feuchtgebieten, der Aufstau von Flüssen, die Übernutzung von Arten sowie die Erderhitzung und Krankheiten führen zu einem drastischen Rückgang der Tierbestände um 95 %. Gefolgt von Afrika mit -80%, Asien und Pazifik mit -49%, Nordamerika mit -28% und Europa mit -23%.
Hinter dem Schrumpfen der Bestände stehen drei kritische Systeme.
Finanzwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Energieerzeugung sind die drei Systeme, die für einen Großteil der direkten Ursachen des Naturverlusts verantwortlich sind und deren Transformation unumgänglich ist, um den Biodiversitätsverlust zu stoppen.
Die Art, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren, ist der größte Treiber von Lebensraumverlust und Biodiversitätsverlust weltweit. Die Energieversorgung auf Basis fossiler Brennstoffe befeuert die Klimakrise und setzt Ökosysteme zusätzlich unter Druck. Und die Finanzwirtschaft lenkt Kapitalströme und damit die Frage, welche Geschäftsmodelle wachsen und welche verschwinden.
In Summe führt das Wirken dieser drei Systeme zu Lebensraumverlust (30%), Übernutzung (23%) und Erderhitzung (14%). Gleichzeitig liegt genau in ihrer Transformation der größte Hebel für eine lebenswerte Zukunft. Unternehmen können dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, indem sie Lieferketten, Investitionen und Geschäftsmodelle konsequent an den planetaren Grenzen ausrichten.
Biodiversität schwindet weltweit.
Mit ihr die Stabilität von Wirtschaft, Lieferketten und Märkten.
Biodiversitätsverlust ist aber längst kein reines Umweltproblem mehr. Der Rückgang der Vielfalt ist zunehmend ein Geschäfts- und Standortrisiko. Naturverlust verursacht bereits heute Lieferkettenunterbrechungen und finanzielle Schäden. Zur selben Zeit wird die globale Ressourcennachfrage in den kommenden Jahren weiter steigen und den Wettbewerb antreiben. Für Unternehmen bedeutet das: Wer Biodiversität ignoriert, erhöht seine Risiken. Wer frühzeitig handelt, stärkt Resilienz, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit.
Der Living Planet Report liefert auch eine positive Botschaft.
Rund die Hälfte aller untersuchten Tierpopulationen ist stabil oder wächst wieder. Der Verlust von Biodiversität ist daher nicht unausweichlich. Erfolgreicher Naturschutz und gemeinschaftliches Handeln wirkt.
Abwarten ist keine Option.
Nie zuvor war die Menschheit wohlhabender, technologisch fortgeschrittener und besser informiert. Zugleich zerrinnen die Lebensgrundlagen unseres Wohlstands in beispiellosem Tempo. Der Living Planet Report 2026 konfrontiert uns damit erneut mit den Realitäten.
Zugleich erhält er die Hoffnung aufrecht, wenn wir jetzt richtig handeln: Unternehmen haben eine enorme Hebelwirkung. Die Transformation wird nur gelingen, wenn die Wirtschaft Teil der Lösung wird und Unternehmen Verantwortung übernehmen.
Die Herausforderungen sind komplex.
Umso wichtiger sind starke Partnerschaften.
Gemeinsam mit dem WWF können Sie Teil einer Transformation werden, die ökologisch wirksam, sozial gerecht und wirtschaftlich erfolgreich ist. Eine Zusammenarbeit mit dem WWF bedeutet, Nachhaltigkeit wirksam umzusetzen und glaubwürdig zu kommunizieren. Gemeinsam unterstützen wir Unternehmen dabei. Kontaktieren Sie uns.
Rückfragen
Info
- Der Living Planet Index ist die zentrale Datengrundlage des WWF-Berichts. Er beschreibt, wie sich die Größe erfasster Wirbeltierbestände weltweit seit 1970 verändert. Die Auswertung umfasst Populationstrends von Arten, darunter Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien.
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