Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
CO2-Ausstoß erneut gestiegen: WWF fordert Akut-Programm gegen die Klimakrise
Klimasünder Verkehr ausbremsen, Steuersystem ökologisieren, umweltschädliche Subventionen abbauen – WWF fordert Energiespar-Offensive

Wien, am 22. Juli 2020. Die am Mittwoch veröffentlichte „Nahzeitprognose der Treibhausgas-Emissionen“ für das Jahr 2019 verdeutlicht die langjährigen Defizite der heimischen Klimapolitik. Anstatt zu sinken sind die CO2-Emissionen erneut gestiegen – laut Umweltbundesamt um 1,8 Prozent gegenüber 2018. Daher fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich ein zusätzliches Akut-Programm gegen die Klimakrise. „Österreichs CO2-Bilanz ist ein Desaster und muss grundlegend saniert werden. Das erfordert eine Bundesregierung, die das Steuersystem komplett ökologisiert, umweltschädliche Subventionen abbaut und überall auf klimafreundliche Mobilität setzt. Parallel dazu braucht es eine gewaltige Energiespar-Offensive“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann. „Eine faire CO2-Bepreisung und das Streichen des Dieselprivilegs sind ein absolutes Muss“, nennt Schellmann zwei Maßnahmen.
Der WWF plädiert für schnell wirksame Schritte im Sektor Verkehr. „Eine sofortige Senkung der Höchstgeschwindigkeit und autofreie Zonen in Städten wären ein nahezu kostenloser und sofort wirksamer Anfang. Parallel dazu gehören der öffentliche Verkehr und die Radwege massiv ausgebaut. Zudem muss ein wirksamer Klima-Check neue Autobahnen und Schnellstraßen verhindern, die neue Abhängigkeiten vom fossilen Verkehr erzeugen“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann. „Positive Initiativen wie das 1-2-3-Ticket müssen definitiv in eine größere Mobilitätswende eingebettet sein. Daran führt kein Weg vorbei.“
Bundesländer am Zug
Stark gefordert sind auch die Bundesländer, die ihrer wichtigen Klimaschutz-Rolle bisher oft nicht ausreichend gerecht werden. „Baustandards sind nicht am Stand der Technik, Wohnbaugelder werden zu wenig fürs Energiesparen eingesetzt, Raumplanung lässt immer noch die Zerstörung von Grünland zu. In vielen Städten und Gemeinden dominiert immer noch eine autozentrierte Verkehrspolitik, die beendet werden muss“, sagt Karl Schellmann. Auch im Naturschutz gibt es große politische Versäumnisse: Intakte Flüsse und Kohlenstoffsenken werden rücksichtslos weiter verbaut und ausgebeutet anstatt umfassend bewahrt und klimafit ausgerichtet.
Rückfragen und Kontakt:
Alexa Lutteri MA
Pressesprecherin WWF Österreich
alexa.lutteri@wwf.at
+43 676 83 488 240
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