Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Countdown für Renaturierungspläne: WWF fordert rasche Fertigstellung und Veröffentlichung
Wien, am 17. August 2026 – Österreich hat nur noch bis zum 1. September Zeit, um seinen Entwurf für einen nationalen Plan zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme bei der EU-Kommission vorzulegen. Während andere Mitgliedstaaten wie Deutschland oder Portugal ihre Fassungen bereits veröffentlicht haben, sind in Österreich bisher nur Bruchstücke bekannt. Der WWF fordert daher Umweltminister Norbert Totschnig und die Bundesländer dringend auf, den vollständigen Entwurf rasch vorzulegen und öffentlich zu diskutieren. „Die historische Dürre zeigt uns gerade in aller Deutlichkeit, wie wichtig es ist, unsere vielfach geschädigten Ökosysteme wiederherzustellen. Naturnahe Wälder, Feuchtgebiete und Böden sind wichtige Verbündete im Kampf gegen Trockenheit, Hochwasser und Hitze und helfen damit auch bei der Absicherung unserer Nahrungsmittelproduktion“, sagt WWF-Experte Arno Aschauer.
Die Wiederherstellung zerstörter Natur ist eine der dringlichsten Aufgaben der nächsten Jahrzehnte – gerade auch in Österreich: „Über 80 Prozent europarechtlich geschützter Arten und Lebensräume sind hierzulande weiterhin in keinem günstigen Erhaltungszustand. Mehr als die Hälfte der Fließgewässer verfehlt die EU-Kriterien für einen guten ökologischen Zustand“, warnt Arno Aschauer vom WWF. Zudem sind 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen Österreichs bereits verloren. Zwei Drittel der verbliebenen Moorgebiete weisen einen gestörten Wasserhaushalt auf. Laut Wiederherstellungsverordnung müssen die Mitgliedsstaaten bis 2030 auf mindestens 20 Prozent aller geschädigten Land- und Meeresflächen in Europa wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur setzen.
Der Weg zum nationalen Wiederherstellungsplan
Der am 1. September fällige Entwurf des Wiederherstellungsplans muss laut EU-Verordnung transparent und unter frühzeitiger Einbindung der Öffentlichkeit sowie aller relevanten Interessensträger erstellt werden. Das federführend zuständige Umweltministerium hat mehrere Arbeitsgruppen zur Vorbereitung des Wiederherstellungsplans eingerichtet, an denen unterschiedliche Behörden und Stakeholder beteiligt sind, darunter auch der WWF. „Bis dato fehlt jedoch ein vom WWF seit eineinhalb Jahren geforderter, transparenter Fahrplan, wie die Ergebnisse der Arbeiten zu einem gesamten, ambitionierten Wiederherstellungsplan zusammengeführt und kommuniziert werden. Auch wie und wo die Öffentlichkeit angemessen eingebunden wird, bleibt bisher offen“, kritisiert WWF-Experte Aschauer.
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