© WWF/ Vincent Sufiyan

Skigebietszusammenschluss Pitztal – Ötztal

Naturzerstörung für kurzfristigen Profit

Die Skigebiete Pitztaler & Ötztaler Gletscher sollten zum größten Gletscherskigebiet der Welt zusammengeschlossen werden. Dafür hätte die unberührte Naturlandschaft um den Linken Fernerkogel massiv verbaut werden sollen. Nachdem eine Volksbefragung in St. Leonhard im Pitztal im Juli 2022 mit 50,36% gegen das Mega-Projekt ausgefallen ist, hat die Pitztaler Gletscherbahn erklärt das Projekt nicht mehr weiter verfolgen zu wollen. Das Genehmigungsverfahren wurde bereits im Jänner 2020 kurz vor Verhandlung ruhend gestellt.

Das war geplant:

Der Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal war ein Paradebeispiel für ein naturschädliches und kurzsichtiges Großprojekt. Im Projektgebiet lagen drei noch unberührte Gletscher: Karlesferner, Hangender Ferner und Mittelbergferner. Doch die Gletscher ziehen sich aufgrund der Klimakrise rasant zurück und die Landschaft wird sich in den nächsten 30 Jahren stark verändern. Das bestätigte auch eine Analyse der Universität Innsbruck. Das bedeutet: Wäre das Projekt Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal realisiert worden, hätte das Gelände für einen Skibetrieb mit immer neuen baulichen Eingriffen und zusätzlicher Infrastruktur umgebaut werden müssen, weil sich die Gletscher immer weiter zurückziehen. Der sensible und wertvolle Naturraum wäre immer intensiver umgebaut worden und zur teuren Dauerbaustelle verkommen.

Auf der unten stehenden Visualisierung sieht man, dass der Mittelbergferner sich in nur fünf Jahren (2015-2020) so weit zurückgezogen hat, dass die geplante Seilbahnstation (rot) schon heute nicht mehr am Gletscher liegt.

Für die Skiverbindung hätten insgesamt unglaubliche 750.000 m³ Gestein, Erde & Eis abgetragen bzw. aufgeschüttet werden müssen. Als begleitende Infrastruktur für die neuen Pisten wären drei neue Seilbahnen, ein Tunnel und ein neuer, asphaltierter Speicherteich mit einem Fassungsvermögen von 104.000 m³ errichtet worden.

Zahlen & Fakten: Das sehen die Baupläne für den Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal vor

  • Eingriffe von 1.740 bis auf 3.200 Meter Seehöhe
  • 90 Fußballfelder (64 Hektar) neue Skipisten auf Gletschern
  • Schleifung eines Berggrats um 40 Höhenmeter und 120.000 m³
  • Dreistöckiges Seilbahnzentrum (über 15.000 m² Nutzfläche)
  • Restaurants und Bars (Kapazität für 1.600 Gäste)
  • Befahrbarer Tunnel (600 m Länge, 7 m Durchmesser)
  • Asphaltierter Speicherteich (104.000 m³) & Beschneiungsanlage
  • Mehr als vier Kilometer Straßen und Wege

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