© WWF/ Vincent Sufiyan

Skigebietszusammenschluss Pitztal – Ötztal

Naturzerstörung für kurzfristigen Profit

Die Skigebiete Pitztaler & Ötztaler Gletscher sollen zum größten Gletscherskigebiet der Welt zusammengeschlossen werden. Dafür soll die unberührte Naturlandschaft um den Linken Fernerkogel massiv verbaut werden. Seit das Genehmigungsverfahren im Jänner 2020 kurz vor Verhandlung ruhend gestellt wurde, liegt das Projekt aus Eis. Vom Tisch ist es aber noch lange nicht. Der WWF hat sich gemeinsam mit Partnern intensiv für den Stopp des kurzsichtigen Bauvorhabens stark gemacht. Denn für die naturbelassene Landschaft wären die Eingriffe fatal.

Kurzsichtiges Mega-Projekt für schnellen Profit…

Der geplante Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal ist ein Paradebeispiel für ein naturschädliches und kurzsichtiges Großprojekt. Im Projektgebiet liegen drei noch unberührte Gletscher: Karlesferner, Hangender Ferner und Mittelbergferner. Doch die Gletscher ziehen sich aufgrund der Klimakrise rasant zurück und die Landschaft wird sich in den nächsten 30 Jahren stark verändern. Das bestätigt auch eine Analyse der Universität Innsbruck. Das bedeutet: Würde das Projekt Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal realisiert, müsste das Gelände für einen Skibetrieb mit immer neuen baulichen Eingriffen und zusätzlicher Infrastruktur umgebaut werden, weil sich die Gletscher immer weiter zurückziehen. Der sensible und wertvolle Naturraum würde immer intensiver umgebaut und zur teuren Dauerbaustelle verkommen.

Auf der unten stehenden Visualisierung sieht man, dass der Mittelbergferner sich in nur fünf Jahren (2015-2020) so weit zurückgezogen hat, dass die geplante Seilbahnstation (rot) schon heute nicht mehr am Gletscher liegt.

Für die Skiverbindung müssten insgesamt unglaubliche 750.000 m³ Gestein, Erde & Eis abgetragen bzw. aufgeschüttet werden. Als begleitende Infrastruktur für die neuen Pisten würden drei neue Seilbahnen, ein Tunnel und ein neuer, asphaltierter Speicherteich mit einem Fassungsvermögen von 104.000 m³ errichtet werden.

Ausblick: Projekt aus Eis

Aufgrund der erheblichen Auswirkungen des Projekts und der massiven Proteste des WWF und seiner Partner-Organisationen, sowie einer Petition mit mehr als 160.000 Unterschriften wurde das Genehmigungsverfahren für dieses Projekt im Jänner 2020 ruhend gestellt. Doch das bedeutet leider nicht, dass das Projekt vom Tisch ist – das Verfahren kann jederzeit wieder aufgenommen werden.

Der Ausbauwahn in unseren Bergen hat große Narben in unseren alpinen Landschaften und einen massiven Schaden an der Natur hinterlassen. Nur sieben Prozent der österreichischen Staatsfläche gelten  noch als weitgehend unverbaut und naturbelassen. Diese Flächen müssen dringend geschützt werden, damit nicht auch sie dem Flächenfraß zum Opfer fallen. Das sehen auch die Österreicher*innen so: In einer Umfrage vom November 2020 stimmten 87 % der über 1.000 Befragten zu, dass ein Ausbau von skitechnischer Infrastruktur in noch unverbaute Gletscher- und Hochgebirgsregionen nicht akzeptabel sei. Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag an die Politik. Der WWF fordert daher einen Stopp von Skigebiets-Neuerschließungen in noch unerschlossenen Landschaften sowie einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen.

Noch mehr Infos über das Projektgebiet gibt es auf www.seele-der-alpen.at

Zahlen & Fakten: Das sehen die Baupläne für den Skigebietszusammenschluss Pitztal-Ötztal vor

  • Eingriffe von 1.740 bis auf 3.200 Meter Seehöhe
  • 90 Fußballfelder (64 Hektar) neue Skipisten auf Gletschern
  • Schleifung eines Berggrats um 40 Höhenmeter und 120.000 m³
  • Dreistöckiges Seilbahnzentrum (über 15.000 m² Nutzfläche)
  • Restaurants und Bars (Kapazität für 1.600 Gäste)
  • Befahrbarer Tunnel (600 m Länge, 7 m Durchmesser)
  • Asphaltierter Speicherteich (104.000 m³) & Beschneiungsanlage
  • Mehr als vier Kilometer Straßen und Wege

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