14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
EU-Klimaziel: WWF kritisiert „mutlosen Kompromiss auf Kosten der Zukunft"
Umweltschutzorganisation sieht verpasste Chance: CO2-Emissionen müssen bis 2030 um zumindest 65 Prozent sinken – und das ohne Tricks und Schlupflöcher

Brüssel, Wien, am 11. Dezember 2020. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich bewertet die Einigung der Staats- und Regierungschefs auf das neue EU-Klimaziel als „mutlosen Kompromiss auf Kosten der Zukunft“. Der aktuell geplante Schritt gehe nicht annähernd weit genug. „Das ist eine verpasste Chance. Um dem Pariser Klimavertrag gerecht zu werden, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 um zumindest 65 Prozent sinken – und das ohne Tricks und Schlupflöcher. Unser Klima kann nur dann stabilisiert werden, wenn der C02-Ausstoß massiv und rasch reduziert wird“, sagt WWF-Klimasprecher Karl Schellmann. Anstatt wie bisher bei 40 Prozent soll das neue Reduktions-Ziel bei zumindest 55 Prozent gegenüber 1990 liegen. Demnächst starten die Trilog-Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, das eine Reduktion von mindestens 60 Prozent bis 2030 verlangt. „Die Politik muss die Empfehlungen der Klimawissenschaft endlich ernst nehmen anstatt sie zu ignorieren“, fordert Schellmann.
Der WWF kritisiert die Verhandlungsposition von Bundeskanzler Sebastian Kurz, der Österreich in Brüssel entgegen dem türkis-grünen Regierungsprogramm und entgegen einem Parlamentsbeschluss nicht als Klimaschutz-Vorreiter positioniert hatte. „Als öko-innovatives Land profitiert Österreich von ambitionierten EU-Klimazielen besonders stark. Wer hier zögert und zaudert, schadet der Natur, dem Klima und der Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Karl Schellmann.
Umso mehr ist die Bundesregierung jetzt gefordert, ihre Hausaufgaben zu machen. „Wir brauchen eine große Energiespar-Offensive, eine Mobilitätswende und eine komplette Ökologisierung des Steuersystems. Parallel dazu muss der Schutz der Natur auf allen Ebenen verbessert werden, um wertvolle CO2-Speicher zu bewahren“, fordert WWF-Experte Schellmann.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik & Kommunikation
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E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
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