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Ostösterreich sagt Ja zum 7. Nationalpark in Österreich
Wien, St. Pölten, am 19. November 2010 – Die March-Thaya-Auen entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges sind eine der attraktivsten Flusslandschaften Europas. Sie beherbergen über 500 gefährdete Arten wie den Seeadler oder den Schwarzstorch.
Das Bewusstsein über diesen heimischen Naturschatz im Herzen Europas ist hoch, wie die Ergebnisse einer repräsentativen Meinungsumfrage des Linzer market Instituts bestätigen: Zwei Drittel der Befragten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland halten die Auen für sehr schützenswert. Überraschend klar ist das Votum für die Einrichtung eines Nationalparks, um die March-Thaya-Auen zu schützen: Drei Viertel der Befragten in Ostösterreich sprechen sich dafür aus. In Niederösterreich sind es 76 Prozent.
“Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: die Niederösterreicher wünschen sich mit großer Mehrheit einen Nationalpark in den March-Thaya-Auen”, erklärt WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Derzeit steht nur ein Bruchteil der March-Thaya-Auen unter einem wirksamen, strengen Naturschutz. In wenigen Jahren könnte das einmalige Naturgebiet durch Straßen und Schifffahrtsprojekte zerstückelt werden.
Bedrohtes Naturaparadies: Jeder Zweite befürwortet Nationalpark
In der aktuellen Meinungsumfrage sehen 75 Prozent der Bevölkerung einen Nationalpark als geeignete Maßnahme an, um das Gebiet vor äußeren Einflüssen, die es bedrohen oder verändern, zu schützen. Jeder Zweite befürwortet die Realisierung eines Nationalparks ausdrücklich, weitere 36 Prozent stimmen dem Vorschlag zu. „Auch in den betroffenen Bezirken Gänserndorf und Mistelbach ist die Zustimmung sehr hoch”, erläutert Bettina Müller, Leiterin der Studie des market Instituts. “An der generellen Schützwürdigkeit des Naturgebietes zweifelt dort kaum jemand.”

Große Bekanntheit der March-Thaya-Auen im Osten Österreichs
73 Prozent der Befragten geben an, die Marchauen zu kennen. Mehr als die Hälfte haben sie bereits einmal oder mehrfach besucht. “Kenner und Besucher der Marchauen plädieren am deutlichsten für ihren effektiven Schutz durch einen Nationalpark. Daraus lässt sich die große Bedeutung der Region für die Bevölkerung ablesen,” analysiert Müller.
Weichenstellung für einen Nationalpark
„Wir sind fest davon überzeugt, dass ein gut mit der Region abgestimmter Nationalpark nicht nur der Natur nützt, sondern auch der wirtschaftlich strukturarmen Region wichtige Impulse geben würde“, unterstreicht Aichberger. „Jetzt kommt es darauf an, dass Landeshauptmann Erwin Pröll und Umweltminister Berlakovich rasch die richtigen Weichen stellen und die Planungsarbeiten starten.”
Ob ein Biosphärenpark die March-Thaya-Auen schützen kann, darüber herrscht unter den Befragten generell größere Unsicherheit. Jeder Dritte gab an, diese Schutzfunktion nicht zu kennen, wobei sich auch die Bewohner von Gänserndorf und Mistelbach kein deutlicheres Urteil zutrauten.

Nationalparks sind das wichtigste Naturschutzinstrument
Insgesamt ist die Wertschätzung für die intakten Natur- und Erholungsgebiete unserer Heimat sehr stark ausgeprägt. Unter den Befragten aller Altersstufen und Bildungsschichten herrscht sehr große Einigkeit darüber, dass Nationalparks für den Schutz der Natur in wertvollen Regionen wichtig sind. Gerade in dicht verbauten Gebieten in Wien und dem Wiener Umland, aber auch in ländlichen Regionen wie dem Weinviertel, wird den Nationalparks die größte Bedeutung für die Erhaltung der Natur zugeschrieben.
„Dass eine intakte Umwelt bei den Österreichern einen derart hohen Stellenwert genießt, ist ein klarer Auftrag, Österreichs siebten Nationalpark in den March-Thaya-Auen zu realisieren”, erklärt Aichberger abschließend.

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage beruhen auf telefonischen CATI-Interviews unter der Bevölkerung ab 16 Jahren (660 Befragte) in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland mit einer regionalen Verdichtung (200 Befragte) in den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach. Sie wurde vom market Institut im Auftrag des WWF im Oktober 2010 durchgeführt.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250,
E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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