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UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Wien/Jerewan, am 30. Oktober 2026 – Die Naturschutzorganisation WWF bewertet das Ergebnis der UNO-Artenschutzkonferenz in Jerewan als „verpasste Chance“. Insbesondere bei der Finanzierung des Naturschutzes und beim Abbau umweltschädlicher Subventionen blieben die Staaten bei der COP17 hinter der notwendigen Ambition zurück. „Die Naturzerstörung weiter zu finanzieren und beim Schutz zu sparen, ist eine Politik der organisierten Verantwortungslosigkeit“, sagt Georg Scattolin, Artenschutzexperte beim WWF Österreich.
Mit dem Weltnaturabkommen von Montreal hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und eine Trendwende einzuleiten. Vier Jahre später klafft zwischen diesem Anspruch und der Umsetzung eine gefährliche Lücke. „Jedes weitere Zögern verschärft die Risiken, weil geschädigte Ökosysteme auch den Schutz vor Hochwasser, Hitze und Dürre schwächen. Die Regierungen müssen endlich jene wirtschaftlichen Interessen zurückdrängen, die von der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen profitieren“, fordert Scattolin.
Auch Österreich muss seine Zusagen einlösen. Der WWF fordert von Bund und Ländern eine verlässliche Finanzierung des Naturschutzes, den Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie einen ambitionierten Plan zur Wiederherstellung geschädigter Natur. „Die Bundesregierung sollte den Schutz unserer Lebensgrundlagen endlich zur politischen Priorität machen. Dafür muss sie ausreichend Mittel bereitstellen und die Umsetzung gemeinsam mit den Ländern vorantreiben“, sagt Scattolin.
Natur unter Druck: Die Krise in Zahlen
Schrumpfende Tierbestände weltweit, bedrohte Arten und geschädigte Lebensräume vor der Haustür: Die folgenden Zahlen zeigen, wie groß der Handlungsbedarf ist.
73 Prozent Rückgang weltweit: Laut dem WWF Living Planet Report sind die untersuchten Wirbeltierpopulationen seit 1970 im Durchschnitt um 73 Prozent geschrumpft.
Süßwasser besonders betroffen: In Flüssen, Seen und anderen Süßwasserlebensräumen gingen die erfassten Tierbestände im selben Zeitraum durchschnittlich um 85 Prozent zurück. An Land betrug das Minus 69 Prozent, in den Meeren 59 Prozent.
33-mal mehr Geld für Naturzerstörung: Laut einer im WWF Living Planet Report angeführten Auswertung fließt weltweit rund 33-mal so viel Geld in naturschädigende Aktivitäten wie in den Schutz und die Wiederherstellung der Natur.
Österreichs Arten und Lebensräume unter Druck: Laut dem FFH-Bericht Österreichs an die EU-Kommission weisen rund 81 Prozent der darin bewerteten Arten und 77 Prozent der geschützten Lebensraumtypen keinen günstigen Erhaltungszustand auf.
Unter dem EU-Schnitt: Österreichs Natura-2000-Gebiete umfassen 15,4 Prozent der Landesfläche. Der EU-Schnitt liegt bei 18,6 Prozent. Österreich belegt damit nur Rang 16 unter den 27 Mitgliedstaaten.
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