Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Vogel-Eldorado vor den Toren Wiens!
Wien, am 16. April 2008 – Nicht nur Meister Adebar profitiert vom den nahrungsreichen Marchwiesen im trilateralen Ramsargebiet Donau-March-Thaya Auen. Während die heurige Brutsaison des Weißstorches mit über 50 brütenden Paaren erfolgreich im Gange ist, nutzen auch der scheue Schwarzstorch, der seltene Seeadler, der Rotmilan und viele andere Vogelarten das reiche Angebot des Auwaldes. Die Vogelwelt des 1.120 Hektar großen Reservates zwischen den Gemeinden Marchegg und Zwerndorf wurde nun in einer vom NÖ Landschaftsfonds ermöglichten Horstsschutz-Studie genau untersucht. Demnach brüten 11 verschiedene Schreit- und Greifvögel auf den insgesamt 236 Baum-Horsten des Vogelparadieses. „Wir freuen uns, dass unsere Schutzmaßnahmen greifen“, so WWF-Reservatsleiter Gerhard Neuhauser. Im heurigen Frühjahr hatte der WWF bis zu 800 Kilogramm schwere Horste an teils jahrhunderte Jahre alten Eichen gesichert und erneuert.
Regelmäßige Überschwemmungen versorgen den flussbegleitenden Auwald entlang der March im Naturreservat – das sich zur Hälfte im Besitz des WWF befindet und von diesem betreut wird – mit Nährstoffen. Die dadurch entstehenden Feuchtwiesen werden extensiv gepflegt und dienen bedrohten Arten als Nahrungsgrundlage. So wurde das Auenreservat zu einem der größten Refugien für seltene Schreit- und Greifvögel Mitteleuropas. „Die Sicherung einer naturnahen dynamischen Auenlandschaft entlang der March ist dabei die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt der imposanten und vielfältigen Greifvögelwelt“, unterstreicht Neuhauser.
Mit der vorliegenden Untersuchung will die Reservatsverwaltung das Management der Flusslandschaft und die Besucherlenkung optimal auf die im Gebiet heimischen Vogelarten abstimmen. Besonders während der Brutphase reagieren die scheuen Tiere auf Störungen äußerst sensibel. Deshalb wurden nun spezielle Ruhezonen rund um die Bäume mit Horsten geschaffen. Die Untersuchungen verdeutlichen zudem, welche Baumarten die Vögel bevorzugen: Obwohl alte Stieleichen nur 10 Prozent des Baumbestands ausmachen, haben über die Hälfte der Brutpaare sie als Horstplätze ausgewählt. Neben der Erhaltung des guten Angebots an geeigneten Horstbäumen ist die Sicherung der Horstschutz-Zonen eine zentrale Empfehlung der Studie.
Ein bedenkliches Resultat der Untersuchung ist der Rückgang des Habichts und das Verschwinden der Rohrweihe aus dem Gebiet. „Ausschlaggebend dafür dürften negative Veränderungen im Umland des Reservats sein, dass von vielen der Greifvögel zur Nahrungssuche aufgesucht wird.“ so die Studienautoren Astrid Thoby und Thomas Zuna-Kratky.
Der WWF dankt den Österreichischen Lotterien, die das Programm zum Schutz der Marchauen des WWF seit vielen Jahren unterstützen.
Weitere Informationen, Fotos:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-203, claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung











