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WWF feiert Naturschutzerfolg: Weltweit erster Fünf-Länder-Biosphärenpark nominiert
Wien/Graz, 07.05.2020 – Der heute bekannt gemachte Antrag für den weltweit ersten „5-Länder-Biosphärenpark“ bei der UNESCO ist ein entscheidender Meilenstein für die Entstehung des größten Flussschutzgebiets Europas. "Damit zeigen die beteiligten Länder, wie Naturschutz staatliche Grenzen zum Vorteil aller überwinden kann. Angesichts der Klimakrise und des Artensterbens ist der Schutz unserer letzten Naturgebiete eine Überlebensfrage geworden", sagt WWF-Projektleiter Arno Mohl, der gemeinsam mit vielen Verbündeten seit Jahrzehnten auf den „5-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau“ hingearbeitet hat. Die Anerkennung durch die UNESCO in Paris wird im Sommer 2021 erwartet.
Das beantragte Schutzgebiet ist rund 930.000 Hektar groß und hat eine Länge von 700 Kilometern. Der sogenannte "Amazonas Europas" beginnt an der steirischen Mur und erstreckt sich über die Drau bis zur Donau – von Österreich über Slowenien, Ungarn und Kroatien bis nach Serbien. Bis 1989 war die Flusslandschaft noch durch den Eisernen Vorhang getrennt. Das Gebiet beherbergt mit über 140 Brutpaaren die größte Seeadlerdichte Europas und ist Rastplatz für mehr als eine Viertelmillion Wasservögel. "Die wertvollste zusammenhängende Flusslandschaft Mitteleuropas braucht den Vergleich mit dem Amazonas nicht zu scheuen", erklärt WWF-Projektleiter Arno Mohl.
Sowohl die Identität der Region als auch die Lebensqualität der Menschen hängen stark von den Lebensadern Mur, Drau und Donau ab. Intakte Auen schützen Siedlungen vor Hochwassern und garantieren die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Die reizvolle Landschaft birgt auch großes Potential im nachhaltigen Tourismus. "Statt Naturausbeutung – beispielsweise durch zerstörerische Wasserkraftprojekte an der slowenischen Mur zu Österreich – ermöglicht der neue Biosphärenpark ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Natur", ist Arno Mohl überzeugt.
Modellregion für Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung
Das Herzstück des künftigen Biosphärenparks bilden die streng geschützten Auenlandschaften entlang der Flüsse, die aus einer Kette von 13 größeren lokalen Schutzgebieten bestehen. Die davon umfassten rund 280.000 Hektar entsprechen weit mehr als der Gesamtfläche aller Nationalparks in Österreich oder umgerechnet der 29-fachen Fläche des Nationalparks Donauauen. Die Kern- und Pflegezone ist von einer Übergangszone im Ausmaß von rund 650.000 Hektar umgeben, die für nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sowie sanften Tourismus vorgesehen ist. Im künftigen „5-Länder-Biosphärenpark“ leben und arbeiten rund 900.000 Menschen.
Der WWF engagiert sich bereits seit den 1990er Jahren gemeinsam mit EuroNatur und weiteren Partnern für den Erhalt der wertvollsten zusammenhängenden Flusslandschaft Mitteleuropas. An der Antragserstellung waren aus Österreich neben dem WWF das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, das Land Steiermark sowie das MAB-Nationalkomitee an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt. Inhaltlich koordinierte den Antrag das Klagenfurter Institut für Ökologie (E.C.O.).
Website: www.amazon-of-europe.com
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
+43 676 83 488 276
florian.kozak@wwf.at
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