Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser

Rund 90 Prozent der Pegelmessstellen an Österreichs Flüssen verzeichneten im Mai niedrige bis sehr niedrige Abflüsse. Im März und April lag dieser Anteil noch bei jeweils 75 Prozent. Die anhaltende Trockenheit setzt damit immer mehr Gewässer unter Druck, informiert der WWF auf Basis offizieller Zahlen aus der hydrographischen Monatscharakteristik. „Die heimischen Flüsse starten mit einer schweren Hypothek in den Sommer. In allen Regionen führen sie seit Monaten deutlich weniger Wasser als üblich. Das zeigt, wie dringend Österreich seine natürlichen Wasserspeicher besser schützen und wiederherstellen muss“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer. Intakte Flüsse, Auen und Feuchtgebiete helfen dabei, Wasser länger in der Landschaft zu halten und Trockenperioden abzufedern.
Zu den besonders stark betroffenen Flüssen zählen laut den Daten von Ende Mai die Vöckla in Oberösterreich mit einem um 89 Prozent niedrigeren Abfluss als im langjährigen Mittel sowie der Kamp in Niederösterreich (-84 Prozent). Auch die Leitha (-76 Prozent) sowie die steirische Mürz (-71 Prozent) und Mur (-68 Prozent) weisen außergewöhnlich niedrige Abflüsse auf. Weitere stark betroffene Flüsse sind zum Beispiel die March in Niederösterreich, die Kitzbüheler Ache in Tirol und die Bregenzer Ache in Vorarlberg, deren Abflüsse ebenfalls mehr als 60 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegen.
„Unsere Flüsse stehen bereits vor dem Sommer zunehmend unter Stress. Niedrigwasser und steigende Wassertemperaturen verringern den Lebensraum für viele Fischarten und erhöhen den Druck auf die Gewässerökosysteme“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer.
Der WWF fordert daher ein Schutzpaket für die heimischen Flüsse. Im Mittelpunkt stehen die Wiederherstellung von Auen und Feuchtgebieten, der Erhalt der letzten frei fließenden Flüsse sowie die Renaturierung verbauter Gewässer. „Intakte Flüsse sind die beste Vorsorge gegen zunehmende Wasserknappheit. Sie speichern Wasser in der Landschaft, mildern die Folgen von Hitze und bieten vielen Arten überlebenswichtige Rückzugsräume“, sagt Marie Pfeiffer.
Bilder von WWF-Expertin Marie Pfeiffer sind HIER abrufbar.
__________________________________________________________________________________________________________
Fluss-Beispiele: Abweichung vom langjährigen mittleren Abfluss des Monats Mai in Prozent
- Vöckla (Oberösterreich): -89 %
- Kamp (Niederösterreich): -84 %
- Leitha (Niederösterreich/Burgenland): -76 %
- Mürz (Steiermark): -71 %
- Mur (Steiermark): -68 %
- Kitzbüheler Ache (Tirol): -68 %
- Sulm (Steiermark): -67 %
- Thaya (Niederösterreich): -66 %
- Bregenzer Ache (Vorarlberg): -65 %
- Drau (Kärnten): -64 %
- Lavant (Kärnten): -63 %
- Ybbs (Niederösterreich): -63 %
- Enns (Steiermark-Pegel): -63%
- March (Niederösterreich): -62 %
- Enns (Oberösterreich-Pegel): -62 %
- Traun (Oberösterreich): -62 %
Quelle der Daten: Hydrographische Monatscharakteristiken, BMLUK, online abgerufen am 5. Juni 2026.
News
Aktuelle Beiträge
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant
WWF kritisiert zynische Werbung mit Tierleid: Versicherungsanbieter muss Kampagne stoppen
„Reh umgefahren – halb so wild“: Versicherung verharmlost Wildunfälle – WWF fordert Rücknahme des Sujets und verantwortungsvolle Werbung








