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WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser

Rund 90 Prozent der Pegelmessstellen an Österreichs Flüssen verzeichneten im Mai niedrige bis sehr niedrige Abflüsse. Im März und April lag dieser Anteil noch bei jeweils 75 Prozent. Die anhaltende Trockenheit setzt damit immer mehr Gewässer unter Druck, informiert der WWF auf Basis offizieller Zahlen aus der hydrographischen Monatscharakteristik. „Die heimischen Flüsse starten mit einer schweren Hypothek in den Sommer. In allen Regionen führen sie seit Monaten deutlich weniger Wasser als üblich. Das zeigt, wie dringend Österreich seine natürlichen Wasserspeicher besser schützen und wiederherstellen muss“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer. Intakte Flüsse, Auen und Feuchtgebiete helfen dabei, Wasser länger in der Landschaft zu halten und Trockenperioden abzufedern.
Zu den besonders stark betroffenen Flüssen zählen laut den Daten von Ende Mai die Vöckla in Oberösterreich mit einem um 89 Prozent niedrigeren Abfluss als im langjährigen Mittel sowie der Kamp in Niederösterreich (-84 Prozent). Auch die Leitha (-76 Prozent) sowie die steirische Mürz (-71 Prozent) und Mur (-68 Prozent) weisen außergewöhnlich niedrige Abflüsse auf. Weitere stark betroffene Flüsse sind zum Beispiel die March in Niederösterreich, die Kitzbüheler Ache in Tirol und die Bregenzer Ache in Vorarlberg, deren Abflüsse ebenfalls mehr als 60 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegen.
„Unsere Flüsse stehen bereits vor dem Sommer zunehmend unter Stress. Niedrigwasser und steigende Wassertemperaturen verringern den Lebensraum für viele Fischarten und erhöhen den Druck auf die Gewässerökosysteme“, sagt WWF-Expertin Marie Pfeiffer.
Der WWF fordert daher ein Schutzpaket für die heimischen Flüsse. Im Mittelpunkt stehen die Wiederherstellung von Auen und Feuchtgebieten, der Erhalt der letzten frei fließenden Flüsse sowie die Renaturierung verbauter Gewässer. „Intakte Flüsse sind die beste Vorsorge gegen zunehmende Wasserknappheit. Sie speichern Wasser in der Landschaft, mildern die Folgen von Hitze und bieten vielen Arten überlebenswichtige Rückzugsräume“, sagt Marie Pfeiffer.
Bilder von WWF-Expertin Marie Pfeiffer sind HIER abrufbar.
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Fluss-Beispiele: Abweichung vom langjährigen mittleren Abfluss des Monats Mai in Prozent
- Vöckla (Oberösterreich): -89 %
- Kamp (Niederösterreich): -84 %
- Leitha (Niederösterreich/Burgenland): -76 %
- Mürz (Steiermark): -71 %
- Mur (Steiermark): -68 %
- Kitzbüheler Ache (Tirol): -68 %
- Sulm (Steiermark): -67 %
- Thaya (Niederösterreich): -66 %
- Bregenzer Ache (Vorarlberg): -65 %
- Drau (Kärnten): -64 %
- Lavant (Kärnten): -63 %
- Ybbs (Niederösterreich): -63 %
- Enns (Steiermark-Pegel): -63%
- March (Niederösterreich): -62 %
- Enns (Oberösterreich-Pegel): -62 %
- Traun (Oberösterreich): -62 %
Quelle der Daten: Hydrographische Monatscharakteristiken, BMLUK, online abgerufen am 5. Juni 2026.
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