14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF: Österreich legt lückenhaften Renaturierungsplan vor

Wien, am 1. September 2026 – Die Naturschutzorganisation WWF bewertet den vom Umweltminister vorgelegten Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans als „lückenhaft und wenig ambitioniert“. „Der Entwurf bleibt deutlich hinter dem Anspruch eines ambitionierten Renaturierungsplans zurück. Die Bundesregierung muss daraus gemeinsam mit den Ländern rasch ein finanziell abgesichertes Umsetzungsprogramm machen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs. Der WWF fordert deutliche Nachschärfungen bei den geplanten Maßnahmen, Fristen und Budgets.
Der enge Fokus auf bestehende Programme greift aus fachlicher Sicht viel zu kurz. „Ohne zusätzliche Maßnahmen, klare Verantwortlichkeiten und neue Finanzierungszusagen droht der Wiederherstellungsplan zu einem Papiertiger zu werden. Damit vergeben Bund und Länder die Chance, Österreich besser vor Hitze, Dürre und Hochwasser zu schützen“, kritisiert Brangs. Naturnahe Wälder, Feuchtgebiete und gesunde Böden stärken zugleich die heimische Land- und Forstwirtschaft und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen die Klimakrise.
Der WWF fordert Bund und Länder auf, ausreichend zweckgebundene Mittel für die Umsetzung bereitzustellen. Die Finanzierung dürfe nicht allein auf die EU abgeschoben werden. „Der Schutz der biologischen Vielfalt ist in Österreich seit Jahren unterfinanziert. Die Bundesregierung muss Renaturierung im nächsten Budget angemessen absichern und zugleich natur- und klimaschädliche Subventionen konsequent abbauen“, fordert Brangs.
Österreichs Natur in schlechtem Zustand
Wie groß der zusätzliche Handlungsbedarf ist, zeigt der schlechte Zustand der Natur: Rund 80 Prozent der europarechtlich geschützten Arten und Lebensräume sind in keinem günstigen Erhaltungszustand, mehr als die Hälfte der Fließgewässer verfehlt den guten ökologischen Zustand. Rund 90 Prozent der ursprünglichen Moorflächen sind bereits verloren, bei zwei Drittel der verbliebenen Moore ist der Wasserhaushalt gestört. Auch beim Bodenschutz besteht großer Nachholbedarf: Laut WWF-Bodenreport hat bisher kein einziges Bundesland ein verbindliches quantitatives Ziel zur Senkung des hohen Bodenverbrauchs beschlossen.
News
Aktuelle Beiträge
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
Wassermangel im Herbst: Sehr niedrige Wasserführung an über 80 Prozent der Flusspegel
September-Bilanz: Massiver Wassermangel in Flüssen von Niederösterreich bis Vorarlberg – Grundwasserstände bleiben vielerorts niedrig – WWF fordert Schutzprogramm und mehr Renaturierung
„Reh umgefahren. Halb so Wild“: WWF legt Beschwerde beim Werberat ein
Naturschutzorganisation kritisiert Verharmlosung von Tierleid und fordert Rücknahme des Smile-Sujets – Werberat sollte sich als klares Signal für Werbestopp oder Sujetwechsel aussprechen
WWF kritisiert späten und lückenhaften Start des Wasser-Registers
Umweltschutzorganisation fordert raschere Umsetzung und umfangreichere Erfassung der Wassernutzung – WWF warnt vor „blinden Flecken“ im Wasserentnahme-Register
Welttierschutztag: WWF fordert Ende der Verfolgung geschützter Wildtiere
Wolfsabschüsse auf Rekordniveau, Tötungskontingente für über 1.000 Biber – WWF: Bund und Länder müssen Prävention und Artenschutz stärken
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach
Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Good News: Kakapos kehren nach Neuseeland zurück
Die vom Aussterben bedrohte Vogelart erholt sich: 2026 ist der Bestand in Neuseeland so hoch, wie seit bereits 75 Jahren nicht mehr.
WWF: Tiwag will Gefahrenanalysen weiter geheim halten
Energiekonzern bekämpft gerichtlich angeordnete Herausgabe vor Verfassungsgerichtshof – WWF kritisiert Geheimhaltung sicherheitsrelevanter Informationen – Unterlagen auch für Kaunertal-Ausbau relevant









