Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Österreich: Neue Umfrage zeigt klare Mehrheit gegen Tiroler Gletscherzerstörung
Innsbruck / Wien, 7. Jänner 2020. In einer neuen repräsentativen Umfrage sprechen sich 70 Prozent der Tirolerinnen und Tiroler gegen die geplante Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal aus. „Das ist ein klares Signal der Bevölkerung und zugleich ein Auftrag an die Politik, die Notbremse zu ziehen. Tirol muss seine letzten ursprünglichen Alpenlandschaften schützen anstatt diese für kurzfristigen Profit und Massentourismus zu opfern“, sagt Josef Schrank von der Naturschutzorganisation WWF Österreich anlässlich der in der heutigen Tiroler Tageszeitung veröffentlichten Befragung. „Die Landesregierung muss das Jahr 2020 dafür nützen, ein neues Zeitalter im Tourismus einzuläuten. Immer mehr Menschen wünschen sich ein Ende des Ausbauwahns in den Bergen. Es braucht rechtlich verbindliche Ausbaugrenzen für Skigebiete und einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen“, sagt der Landschaftsökologe Schrank. „Naturzerstörung mit dem Pulverfass für immer noch mehr Pistenkilometer ist kein Zukunftskonzept mehr und weitere Verbauung von Natur und Landschaft definitiv die falsche Antwort auf Erderhitzung und Biodiversitätsverlust.“
Am 22. Jänner startet die mündliche UVP-Verhandlung zum umstrittenen Mega-Projekt Pitztal-Ötztal. Laut Gutachten der Behörde würde sich dieses „untragbar“ auf Landschaftsbild und Erholungswert sowie auf das Schutzgut Mensch auswirken. Zudem würden Tiere sowie Pflanzen und deren Lebensräume „wesentlich“ beeinträchtigt, es müsse „von einem dauerhaften Verlust bzw. Zerstörung“ zahlreicher Lebensräume und Arten im betroffenen hochalpinen Gebiet ausgegangen werden. Für Tiere werden erhebliche Beeinträchtigungen sowohl während der sechsjährigen Bauphase als auch im Betrieb des Schigebietes festgestellt. Besonders betroffen seien Arten wie Alpenschneehuhn, Birkhuhn, Steinadler und zahlreiche andere. Selbst nach Anrechnung so genannter „Ausgleichsmaßnahmen“ müssen die Auswirkungen als „wesentlich“ bewertet werden. Bezüglich Landschaftsbild werden „massivste, nachhaltige, irreversible Zerstörungen einer sehr sensiblen ursprünglichen Gletscher/3000er Berggipfel-Landschaft“ erwartet. „In einer derart sensiblen Gebirgslandschaft kann ein derart überdimensioniertes Megaprojekt niemals naturverträglich sein. Das ist nicht genehmigungsfähig“, analysiert Landschaftsökologe Josef Schrank.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel.: +43 676 834 88 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Josef Schrank, WWF-Landschaftsökologe, Tel.: +43 676 834 88 299, E-Mail: josef.schrank@wwf.at
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