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WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen

Wien, am 12. Oktober 2026 – Österreichs größte Städte weisen erhebliche Lücken bei ihrer Stadtbegrünungsplanung auf. Das zeigt ein neuer WWF-Städtecheck unter 14 Städten, darunter Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt. Die Umweltschutzorganisation wertete dafür eine Befragung aus und prüfte die übermittelten Planungsunterlagen anhand des Leitfadens der EU-Kommission. Häufig fehlt eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Begrünungszielen, konkreten Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle. „Die Städte müssen ihre Begrünungsziele deutlich konsequenter in eine langfristige Planung übersetzen. Bund und Länder müssen dafür ausreichend Geld, Personal und fachliche Unterstützung bereitstellen“, sagt WWF-Expertin Maria Peer.
Acht der 14 untersuchten Städte haben keinen Stadtbegrünungsplan in der untersuchten Form. Dornbirn, Linz, Salzburg, Steyr und Villach bereiten entsprechende Pläne vor. Nur Klagenfurt berücksichtigt die zentralen Elemente gemäß den Empfehlungen der EU-Kommission, weist aber ebenfalls Mängel auf: Teilweise fehlen konkrete Zielwerte, präzise Maßnahmen und Kostenschätzungen.
Zu den acht Städten ohne Stadtbegrünungsplan in der untersuchten Form zählen Wien, Graz, Innsbruck und St. Pölten. In Wien fehlen konkrete Angaben zu Maßnahmen, Zeitplänen und Budgets. Graz und Innsbruck haben Begrünungsziele in bestehenden Planungsdokumenten verankert, ein übergreifender Plan fehlt jedoch. St. Pölten meldete zwar einen vorhandenen Stadtbegrünungsplan, die WWF-Prüfung zeigt aber Lücken bei den Angaben zur Umsetzung und Erfolgskontrolle.
Als Hürden für die Begrünungsplanung nennen die befragten Städte vor allem fehlendes Personal, zu wenig Geld und fehlende politische Aufträge. Zusätzlich besteht laut der WWF-Auswertung ein Bedarf an fachlicher Unterstützung und verbesserten rechtlichen Handlungsmöglichkeiten, etwa für den Baumschutz auf privaten Grundstücken.
Der WWF fordert daher, Begrünungsziele mit konkreten Maßnahmen, messbaren Zielwerten, Finanzierung und regelmäßiger Erfolgskontrolle zu verbinden. Eine solche langfristige Planung soll Städten und Gemeinden auch helfen, die verbindlichen Vorgaben der EU-Renaturierungsverordnung zum Schutz und Ausbau städtischer Grünräume zu erfüllen. Bund und Länder sollten dafür eine verlässliche Finanzierung, ausreichend Personal und geeignete rechtliche Rahmenbedingungen sicherstellen. Eine zentrale Koordinationsstelle für Biodiversität könnte fachliche Beratung und bessere Datengrundlagen bereitstellen.
In den 14 untersuchten Kommunen leben rund 3,2 Millionen Menschen. Für ihre Lebensqualität kommt es auch auf die ökologische Qualität und gerechte Verteilung gut erreichbarer Grünräume an. „Ein hoher Grünanteil allein sagt nicht genug darüber aus, ob Menschen in ihrem Wohnviertel Schutz vor Hitze finden. Begrünungspläne müssen deshalb auch festlegen, wo hochwertige Grünräume gebraucht werden“, sagt WWF-Expertin Maria Peer.
Über den WWF-Städte-Check
Der WWF hat alle 28 österreichischen Städte und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern per Fragebogen zum Stand ihrer Stadtbegrünungsplanung und zu Umsetzungshürden befragt. Ergänzend prüfte der WWF Planungsunterlagen der teilnehmenden Kommunen anhand des Leitfadens der EU-Kommission. Für Orte dieser Größe sieht die EU-Biodiversitätsstrategie Stadtbegrünungspläne vor. Umso fragwürdiger ist, dass die Hälfte der angeschriebenen Kommunen – darunter zum Beispiel Wiener Neustadt, Wels oder Hallein – keine Rückmeldung gegeben hat. Der WWF kritisiert dies als verpasste Gelegenheit, eigene Maßnahmen nachvollziehbar darzustellen und auf Unterstützungsbedarf aufmerksam zu machen.
Den WWF-Städtecheck sowie Bildmaterial finden Sie HIER.
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