Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
WWF: Umweltgutachten zu Pitztal-Ötztal stellt massive Naturzerstörung fest
Innsbruck, am 12. Dezember 2019. Laut dem seit kurzem öffentlich aufgelegten UVP-Gutachten zur geplanten Gletscher-Verbauung Pitztal-Ötztal würde sich das Mega-Projekt „untragbar“ auf Landschaftsbild und Erholungswert sowie das Schutzgut Mensch auswirken und zudem Tiere sowie Pflanzen und deren Lebensräume „wesentlich beeinträchtigen“. Anlässlich dessen fordert der WWF Österreich die Tiroler Landesregierung als zuständige UVP-Behörde auf, die Notbremse im Verfahren zu ziehen. „Tirol muss seine letzten ursprünglichen Alpenlandschaften schützen anstatt diese für kurzfristigen Profit und Massentourismus zu opfern. In einer derart sensiblen Gebirgslandschaft kann ein überdimensioniertes Megaprojekt wie Pitztal-Ötztal niemals naturverträglich und genehmigungsfähig sein“, so Josef Schrank, Landschaftsökologe beim WWF Österreich.
Laut Gutachten müsse „von einem dauerhaften Verlust bzw. Zerstörung“ zahlreicher Lebensräume und Arten im betroffenen hochalpinen Gebiet ausgegangen werden. Zusätzlich erwartet werden „massivste, nachhaltige, irreversible Zerstörungen einer sehr sensiblen ursprünglichen Gletscher/3000er Berggipfel-Landschaft“. Für Tiere werden erhebliche Beeinträchtigungen sowohl während der sechsjährigen Bauphase als auch im Betrieb des Schigebietes festgestellt. Besonders betroffen seien Arten wie Alpenschneehuhn, Birkhuhn, Steinadler und zahlreiche andere. Selbst nach Anrechnung so genannter „Ausgleichsmaßnahmen“ müssen die Auswirkungen als „wesentlich“ bewertet werden.
Ohne eine echte Trendwende im Wintertourismus wird der Nutzungs- und Erschließungsdruck auf die letzten alpinen Freiräume immer größer. „Naturzerstörung mit dem Pulverfass für immer noch mehr Pistenkilometer ist kein Zukunftskonzept mehr und weitere Verbauung von Natur und Landschaft definitiv die falsche Antwort auf Erderhitzung und Biodiversitätsverlust“, sagt WWF-Experte Schrank. Neben dem Stopp für das Megaprojekt Pitztal-Ötztal fordert der WWF Österreich rechtlich verbindliche Ausbaugrenzen für Skigebiete und einen Gletscherschutz ohne Ausnahmen, der im Zuge eines Gipfels mit dem Landeshauptmann sowie mit Naturschutz, Wirtschaft und Wissenschaft zu vereinbaren sei.
Die Projektpläne zu Pitztal-Ötztal umfassen unter anderem das Ausbaggern und Asphaltieren eines Speicherteiches, den Bau von sechs Seilbahnstationen, Restaurants, Seilbahnen, Wegen und Pisten. Für eine Station müsste sogar ein Berggrat um fast 40 Höhenmeter und 120.000 Kubikmeter abgetragen werden. Insgesamt sollen für das Megaprojekt 750.000 Kubikmeter Gestein, Erde und Eis ausgehoben werden. Nicht zuletzt würde aufgrund des fortschreitenden Gletscherrückgangs eine Dauerbaustelle mit immer neuen Eingriffen entstehen. Die Notwendigkeit für ein Umdenken wird auch von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt. Schon mehr als 150.000 Menschen haben eine Petition gegen die Gletscherzerstörung Pitztal-Ötztal von der Bürgerinitiative Feldring, unterstützt von der Allianz für die Seele der Alpen, unterzeichnet. Zusätzlich haben mehr als 7.200 Menschen dem Tiroler Landeshauptmann direkt ein persönliches Protestmail zugesendet.
Hintergrund Umweltverträglichkeitsgutachten:
Das UV-GA wird von der zuständigen UVP-Behörde bzw. beauftragten Sachverständigen auf Grundlage der Unterlagen der Projektwerber erstellt und hat zu prüfen, ob bzw. unter welchen Bedingungen und Auflagen ein Projekt umweltverträglich im Sinne des UVP-Gesetzes ist. Im vorliegenden UV-Gutachten werden von neun beurteilten Schutzgütern für vier noch vertretbare („Wasser“), wesentliche (Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume“) bis untragbare („Landschaft“ und „Mensch“) Auswirkungen durch das Projekt festgestellt.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel.: +43 676 834 88 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Josef Schrank, WWF-Landschaftsökologe, Tel.: +43 676 834 88 299, E-Mail: josef.schrank@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
Sanierungsoffensive: WWF sieht zu wenig Schub für die Wärmewende
Umweltschutzorganisation bewertet Regierungspaket als „sinnvollen, aber zu schwachen Impuls“ – WWF fordert mehrjährige Sanierungsförderung und verbindlichen Zeitplan für fossilen Heizungsausstieg
WWF: Nationaler Renaturierungsplan lückenhaft und ambitionslos
Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen
14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS












