Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF und BirdLife: Neuer Waldfonds muss Naturwälder und Artenvielfalt unterstützen
Naturschutzorganisationen fordern wirksame Umsetzung, die der Klima- und Biodiversitätskrise gerecht wird – Heimische Wälder leiden nicht nur unter der Erderhitzung, sondern auch unter zu vielen Monokulturen und intensiver Bewirtschaftung

Wien, am 29. Jänner 2021. Die Naturschutzorganisationen WWF und BirdLife Österreich begrüßen das Biodiversitätspaket im neuen Waldfonds und fordern eine wirksame Umsetzung, die der akuten Klima- und Biodiversitätskrise gerecht wird. „Der Schutz der Artenvielfalt im Wald ist über Jahrzehnte vernachlässigt worden, der Aufholbedarf ist riesig. Daher muss der Waldfonds den Schutz der letzten Naturwälder ermöglichen und unterstützen“, sagt WWF-Waldexpertin Karin Enzenhofer anlässlich des Grünen Lichts für die Förder-Richtlinie durch die Bundesregierung. Neben Außer-Nutzungs-Stellungen müsse insbesondere der Schutz der meistgefährdeten Waldarten durch das Belassen von Totholz und durch wissenschaftliches Monitoring gezielt gefördert werden. „Anstatt Fördergelder mit der Gießkanne auszuschütten, müssen sie prioritär dort eingesetzt werden, wo es die größten Defizite gibt“, fordert Karin Enzenhofer.
“Altholzinseln und Totholz sind von hoher Bedeutung für eine Vielzahl von Spechten, Eulen, Insekten und Pilzen, die nicht zuletzt auch unerwünschte Massenvermehrung einzelner Tierarten wie Borkenkäfern bremsen können. Diese wichtige Funktion ist leider durch das jahrhundertelange Leerräumen unserer Wälder vielerorts verloren gegangen. Daher ist das Biodiversitätspaket im Waldfonds sehr zu begrüßen”, freut sich Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.
Aus Fehlern lernen
„Die heimischen Wälder sind nicht nur aufgrund der Klimakrise anfällig für Borkenkäfer-Befall, sondern gerade auch aufgrund von zu vielen Monokulturen und einer zu intensiven Forstbewirtschaftung. Daher wäre es fatal, nur die Symptome der Waldkrise zu bekämpfen“, warnt WWF-Expertin Karin Enzenhofer. „Übernutzte Wälder sind weder für die Artenvielfalt noch im Kampf gegen die Klimakrise eine große Hilfe. Daher braucht Österreich mehr denn je artenreiche und klimafitte Naturwälder. Nur dann wird unser Wald seine Funktion als Klimaanlage, Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Organismen wieder voll und ganz ausüben können“, sagt WWF-Waldsprecherin Karin Enzenhofer.
Weitere Informationen zum Thema „Wald in der Krise“ sind im aktuellen WWF-Waldbericht nachlesbar.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation WWF Österreich
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
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