Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF warnt vor Ausweitung von Kärntens rechtswidriger Abschusspolitik

Wien/Klagenfurt, 25. September 2026 – Die Naturschutzorganisation WWF warnt vor einer Ausweitung EU-rechtswidriger Wolfsabschüsse auf Italien und Slowenien, wie aktuell von Vertretern der Kärntner Land- und Almwirtschaft gefordert. „Kärntens Abschusspolitik missachtet das EU-Artenschutzrecht. Das auch noch auf Nachbarländer auszuweiten, wäre der völlig falsche Weg“, sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler. „Wildtiere gehören zu unserer Natur. Die Politik muss Konflikte durch wirksamen Herdenschutz entschärfen, anstatt Abschüsse zur Standardlösung zu machen.“
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat bereits 2024 und 2025 festgelegt, wie der Erhaltungszustand des Wolfs zu bewerten ist. Zuerst muss festgestellt werden, ob sich die Population im konkret betroffenen lokalen Gebiet (z. B. auf Bundeslandebene) in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Ist die lokale Ebene stabil, folgt als nächster Schritt die Prüfung auf dem gesamten nationalen Gebiet des jeweiligen Mitgliedstaates. Erst wenn der Zustand lokal und national nachweislich günstig ist, darf demnach der Blick auf die überregionale Ebene gerichtet werden.
Der WWF fordert daher, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf wissenschaftliches Monitoring und wirksamen Herdenschutz auszurichten. Erfahrungen mit bewährten Schutzmaßnahmen aus Italien und Slowenien sollten gezielt für heimische Almbetriebe genutzt werden. Für die Umsetzung sollte der zuständige Landesrat Martin Gruber eine verlässliche Finanzierung und fachliche Beratung bereitstellen.
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