Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF zu Wolfsabschuss in Arzl: DNA-Befund weist Goldschakal nach

Innsbruck, am 1. Oktober 2026 – Bei den sechs getöteten Ziegen in Arzl im Pitztal wurde laut dem nun veröffentlichten Befund des Landes Tirol ein Goldschakal nachgewiesen. Dieser Befund legt daher nahe, dass der unmittelbar danach erschossene Wolf für die Ziegenrisse gar nicht verantwortlich war. Eine Abschussverordnung lag zum Zeitpunkt der Tötung ebenfalls nicht vor. „Zuerst schießen, dann die Fakten klären: Diese Praxis ist verantwortungslos. Die Landesregierung muss voreilige Abschüsse stoppen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Christian Pichler.
Die sechs Ziegen waren am 6. September gefunden worden. Bereits in der folgenden Nacht wurde der Wolf erschossen. Ob die Voraussetzungen für einen Abschuss wegen „Gefahr in Verzug“ vorlagen, sollte laut Land Tirol nachträglich geprüft werden. Inzwischen führt das Land den Rissvorfall auf seiner Website als „Abgeklärt, Goldschakal nachgewiesen“. „Die Behörden müssen jetzt lückenlos aufklären, auf welcher Grundlage hier ein geschütztes Tier getötet wurde. Bei etwaigen Gesetzesverstößen müssen die vorgesehenen strafrechtlichen Konsequenzen eingeleitet werden“, sagt Pichler.
Genetische Analysen und eine fachgerechte Untersuchung sind entscheidend für die Zuordnung von Nutztierrissen. Dennoch hat Tirol zuletzt erneut zwei Abschussverordnungen erlassen, obwohl die DNA-Ergebnisse zu den betreffenden Rissen noch ausstehen. Der WWF fordert, diese Freigaben bis zur Klärung auszusetzen. „Abschüsse auf Verdacht sind europarechtswidrig und höchst problematisch. Stattdessen sollten die Tierhalter bei der Umsetzung fachgerechter Herdenschutzmaßnahmen gefördert und beraten werden“, sagt Pichler.
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