Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
WWF zum Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz: Bundesregierung muss wirksame Naturschutz-Kriterien verankern
Umweltministerin kündigt ökologische Kriterien für die Wasserkraft an – Neue Kraftwerke in Schutzgebieten sowie in den letzten unberührten Fluss-Landschaften müssen tabu sein – Modernisierung vor Neubau
Wien, am 1. September 2020. Laut einer aktuellen Ankündigung von Umweltministerin Leonore Gewessler soll das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) mehrere ökologische Kriterien enthalten, um Wasserkraft naturverträglich auszubauen. „Das ist dringend notwendig. Unsere Flüsse sind die am stärksten vom Artensterben betroffenen Lebensräume. Nur noch 15 Prozent sind ökologisch intakt. Der extrem hohe Ausbaugrad der Wasserkraft ist dafür einer der Hauptfaktoren“, sagt Bettina Urbanek von der Umweltschutzorganisation WWF Österreich. Konkret müsse daher mit klaren Kriterien sichergestellt werden, dass es keine neuen finanziellen Anreize für den Kraftwerksbau in Schutzgebieten (wie Nationalparks, Naturschutzgebiete, Ruhegebiete und Natura-2000-Gebiete) sowie für die Verbauung der letzten ökologisch intakten Flussstrecken gibt. “Gerade in der Klimakrise brauchen wir intakte Flüsse als Schutzschilder gegen Dürreperioden, Überhitzung und Artensterben. Daher muss die Bundesregierung sicherstellen, dass der notwendige Ökostrom-Ausbau konsequent naturverträglich erfolgt“, fordert die Gewässerschutzexpertin.
Der WWF Österreich ist für eine grundlegende Reform des bisherigen Fördersystems. „80 Prozent der Wasserkraftanlagen verfehlen die geltenden ökologischen Mindestanforderungen. Daher müssen sinnvolle Modernisierungen vor Neubauten kommen, während zugleich nutzlos gewordene Barrieren in den Flüssen konsequent abgebaut werden. Ansonsten wird Österreich auch die EU-Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie krachend verfehlen“, warnt Bettina Urbanek.
Nicht mehr extra subventioniert werden, dürfen zudem jene Kleinstwasserkraftwerke (mit einer Leistung unter 1 MW), die für sehr wenig Energie sehr viel Natur zerstören und daher auch für das Klima nur wenig bringen. „Österreich hat einen viel zu hohen Energieverbrauch. Deshalb reicht es nicht aus, nur auf Ausbau zu setzen. Vielmehr müssen wir massiv Energie sparen und das Steuersystem komplett ökologisieren, um die Abhängigkeit von Öl und Gas rasch und effizient zu verringern“, argumentiert Bettina Urbanek vom WWF Österreich.
Appell für lebendige und klimafitte Flüsse
„Für lebendige und klimafitte Flüsse, gegen subventionierte Naturzerstörung“: Unter diesem Motto warnt eine Allianz aus 40 Umweltorganisationen Vertreter*innen aus der Wissenschaft und Zivilgesellschaft vor einem ungezügelten Ausbau der Wasserkraft auf Kosten der Allgemeinheit. Ihr Appell für einen naturverträglichen Ökostrom-Ausbau ist online unter diesem Link abrufbar: https://tinyurl.com/y4rxsjgz
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald
WWF kritisiert Spritpreis-Populismus der Bundesregierung
Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil
Good News: Nestor ist ältester bekannter Seeadler in Österreich
Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es kürzlich im Burgenland: Der Seeadler „Nestor“ wurde 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF erneut gesichtet. Er gilt hierzulande als ältester bekannter Seeadler.
WWF: Renaturierungs-Atlas zu Flüssen zeigt Fortschritte in ganz Österreich, Lücken in Tirol
Neue Onlinekarte zeigt erstmals Weg zu EU-Renaturierungszielen – Insgesamt sollen über 2.500 Kilometer Flüsse renaturiert werden – Tirol mit Defiziten im Bundesländer-Check
WWF-Seeadler „Nestor“ lebt: Ältester bekannter Seeadler Österreichs gesichtet
15 Jahre alter Seeadler im Burgenland nachgewiesen – WWF fordert besseren Schutz für das Wappentier – illegale Verfolgung als große Gefahr
WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen – WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken
Neue Leitung des Presseteams beim WWF Österreich
Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation









