Neue Forschungsinitiative testet Zersetzbarkeit von Biokunststoffen in über 20 natürlichen Lebensräumen – Kooperation des WWF Österreich und der Technischen Universität Bratislava
WWF zum Natura 2000-Tag: Neue EU-Daten zeigen schlechte Lage der Biodiversität in Österreich
Anlässlich des Natura 2000-Tages am 21. Mai verweist der WWF auf neue Zahlen aus dem aktuellen FFH-Bericht Österreichs an die EU-Kommission, die den schlechten Zustand der heimischen Biodiversität belegen. Demnach befinden sich rund 81 Prozent der bewerteten Arten und 77 Prozent der geschützten Lebensraumtypen in keinem günstigen Erhaltungszustand. Zwar zeigen die Daten auch leichte Verbesserungen, von einer grundlegenden Trendumkehr könne aber keine Rede sein. „Österreich investiert seit Jahrzehnten zu wenig in den Schutz von Arten und Lebensräumen. Deshalb kann das Natura 2000-Netzwerk seine volle Schutzwirkung bislang nicht entfalten“, sagt WWF-Expertin Magdalena Bauer.
Im EU-Vergleich liegt Österreich mit 15,4 Prozent Natura 2000-Fläche deutlich unter dem EU-Schnitt von 18,6 Prozent, wie weitere Daten der Kommission zeigen. Damit liegt Österreich nur auf Rang 16 unter den 27 Mitgliedsländern. „Österreich braucht mehr und bessere Schutzgebiete. Wir verschenken enormes Potenzial, weil die Politik zu wenig Geld investiert und dem Thema zu wenig Priorität verleiht“, sagt Bauer. Für viele Natura 2000-Gebiete fehlen bis heute wirksame Managementpläne und ausreichende finanzielle Mittel. Somit bleibt der Schutz bedrohter Arten und Lebensräume oft lückenhaft. „Dadurch sind viele Schutzgebiete auf dem Papier besser geschützt als in der Realität“, kritisiert Bauer.
Der WWF fordert daher zusätzliche Schutzgebiete, mehr Budget und Personal für deren Management sowie eine bundesweit koordinierte Umsetzung. „Der Schutz der Biodiversität darf nicht länger vom politischen Willen einzelner Bundesländer abhängen. Österreich braucht endlich eine zentrale Koordinationsstelle für Biodiversität, damit Schutzmaßnahmen einheitlich, effizient und abgestimmt umgesetzt werden können“, fordert Magdalena Bauer.
Eine solche Stelle könnte laut WWF auch die Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung deutlich verbessern sowie Synergien zwischen Naturschutz, Klimaanpassung und Wasserhaushalt schaffen. „Mit dem aktuellen Tempo werden wir die europäischen Biodiversitätsziele nicht erreichen. Dabei braucht Österreich dringend einen deutlich stärkeren Naturschutz, um widerstandsfähiger gegen die Klima- und Biodiversitätskrise zu werden“, sagt Bauer.
Über die FFH-Daten zu Arten und Lebensräumen
Die veröffentlichten Daten stammen aus dem aktuellen FFH-Bericht (Fauna-Flora-Habitat) der Bundesländer an die Europäische Kommission. Darin sind für Österreich 338 Bewertungen für geschützte Arten und 114 Bewertungen für Lebensraumtypen nach EU-weit einheitlichen Kriterien eingeflossen. Die nationalen FFH-Berichte gelten als zentrale Grundlage für die Erfolgskontrolle der europäischen Naturschutzpolitik.
Grafik und Bilder zum Thema hier.
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