660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
Neue Petition: Umwelt-Allianz warnt vor Kahlschlag im EU-Naturschutz
Unter dem Motto „Hände weg von der Natur“ startet der WWF gemeinsam mit über 50 weiteren Umweltverbänden eine europaweite Petition gegen die massiven Angriffe auf den EU-Naturschutz. Binnen eines Tages haben bereits über 70.000 Menschen unterzeichnet. „Die EU-Kommission will zentrale Naturschutz-Gesetze mit der Brechstange schwächen, um einseitige Konzern- und Lobby-Interessen zu bedienen. Das müssen wir unbedingt verhindern. Auf dem Spiel stehen sauberes Wasser, geschützte Arten und einzigartige Naturschätze“, sagt WWF-Experte Reinhard Uhrig. Unter dem Deckmantel eines vermeintlichen Bürokratieabbaus und einer einseitig interpretierten Wettbewerbsfähigkeit Europas drohe ein „Kahlschlag“ bei jahrzehntelang bewährten Gesetzen – darunter die Wasserrahmenrichtlinie oder die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
Im Zuge von Omnibus-Schnellverfahren – also ohne wissenschaftliche Folgenabschätzungen und seriöse Einbindung der Öffentlichkeit – will die EU-Kommission auf Druck von Industrielobbys wichtige Umweltregeln schwächen oder ganz streichen. Unterstützung für diese kurzsichtigen Vorhaben findet sie in nationalen Regierungen und im EU-Parlament. „Die Gefahren sind sehr konkret: Wird etwa das Verschlechterungsverbot für Flüsse und das Grundwasser gestrichen, drohen wieder deutlich mehr Verschmutzung und Naturzerstörung. Zudem wollen Vertreter der Chemie-, Bergbau- und Agrarlobby das Ziel eines guten Zustands aller Gewässer bis 2027 um Jahre zu verschieben“, sagt Reinhard Uhrig.
Gefährdete Arten im Visier
Darüber hinaus sägt die EU-Kommission bereits an der FFH-Richtlinie, die gefährdete Arten wie Biber, Luchs und Fischotter sowie ihre Lebensräume schützt. „Im aktuellen politischen Klima führt ein Aufmachen dieser Richtlinie definitiv zu Verschlechterungen. Dabei hängt die Gesundheit von Millionen Menschen an einer intakten Biodiversität: an lebendigen Flüssen, gesunden Böden und Wäldern samt der dort lebenden Schlüsselarten“, warnt WWF-Experte Reinhard Uhrig. Dennoch drohe auch die EU-Entwaldungsverordnung weiter ausgehöhlt zu werden.
Mehr Bodenversiegelung droht
Weitere Verschlechterungen drohen durch das geplante EU-Industriepaket, das auch neue Privilegien für große Bauprojekte bringen soll – auf Kosten der Natur und der Öffentlichkeitsbeteiligung. „Noch mehr Bodenversiegelung ist keine Lösung für die Probleme des 21. Jahrhunderts. Natürliche Fließgewässer, Auen und Moore sind für die Artenvielfalt und den Klimaschutz, aber auch als Quelle für unser Grund- und Trinkwasser unverzichtbar“, sagt Reinhard Uhrig vom WWF.
Die Online-Petition „Hände weg vom Naturschutz“ kann auf der WWF-Website unterzeichnet werden. Die europaweite Kampagne #handsoffnature koordinieren WWF, BirdLife, Client Earth und das European Environmental Bureau (EEB).
Bilder zur redaktionellen Verwendung hier.
News
Aktuelle Beiträge
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.










