Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
WWF: Über 1,25 Millionen Stimmen gegen Abbau des EU-Naturschutzes
Wien/Brüssel, am 23. Oktober 2026 – Mehr als 1,25 Millionen Menschen haben die europaweite Petition „Hände weg von der Natur“ gegen die Abschwächung europäischer Umweltgesetze unterzeichnet. Am Freitagnachmittag übergibt die dahinterstehende Umwelt-Allianz die gesammelten Stimmen in Brüssel an EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall. Der WWF Österreich fordert die EU-Kommission auf, ihre Pläne zur Aufweichung zentraler Schutzbestimmungen zu stoppen. „Über 1,25 Millionen Menschen stellen sich gegen den Ausverkauf unserer Natur. Die EU-Kommission muss diesen Protest ernst nehmen und den Schutz unserer Lebensgrundlagen sichern“, sagt WWF-Experte Reinhard Uhrig.
Die von WWF, BirdLife, ClientEarth und dem Europäischen Umweltbüro koordinierte Kampagne richtet sich gegen den Abbau von Umweltstandards unter dem Titel einer „Vereinfachung“ von EU-Recht. Der WWF warnt insbesondere vor Eingriffen in die Wasserrahmenrichtlinie sowie die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Diese Gesetze schützen Flüsse und Grundwasser, gefährdete Arten und ihre Lebensräume. Auch Umweltprüfungen und die Mitsprache der Bevölkerung bei großen Bauvorhaben stehen unter Druck.
Eine Aufweichung dieser Regeln hätte nach Einschätzung des WWF direkte Folgen für Österreich. Die europäischen Naturschutzrichtlinien bilden die Grundlage für den Schutz von Natura-2000-Gebieten und bedrohten Arten wie Biber, Luchs und Fischotter. Die Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet dazu, geschädigte Gewässer zu sanieren und weitere Verschlechterungen zu verhindern. Werden diese Vorgaben ausgehöhlt, drohen zusätzliche Belastungen für bereits stark beanspruchte Flüsse und Lebensräume.
„Sauberes Wasser und gesunde Lebensräume sind für unsere Gesundheit und unsere Wirtschaft unverzichtbar. Ihr Schutz muss schwerer wiegen als kurzfristige Interessen einzelner Branchen“, fordert Uhrig. Statt bewährte Gesetze unter dem Deckmantel eines Bürokratieabbaus zu schwächen, müsse die EU ihre Umsetzung verbessern. Dazu gehören ausreichend Personal in den Behörden, transparente Verfahren und eine frühzeitige Planung, die Konflikte mit dem Naturschutz vermeidet. Zugleich müsse die künftige Finanzierung des Naturschutzes gesichert werden, darunter insbesondere das LIFE-Programm.
Bundesregierung muss hohe Umweltstandards verteidigen
Der WWF fordert auch die österreichische Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene klar gegen eine Abschwächung der Umweltgesetze zu stellen. „Der Bundeskanzler und die zuständigen Minister müssen den Schutz unserer Flüsse, Wälder und bedrohten Arten auch in Brüssel verteidigen. Die europäischen Naturschutzgesetze müssen konsequent umgesetzt statt ausgehöhlt werden“, fordert Uhrig.
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