WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert

31. Oktober 2026 | Arten, Presse-Aussendung

Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn

Wien/Gaborone, am 28. Oktober 2026. Südafrika ist die wichtigste Heimat afrikanischer Nashörner – und zugleich ein Brennpunkt der Wilderei. Zum Schutz und zum Aufbau neuer Populationen hat die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) nun 20 Spitzmaulnashörner 1.100 Kilometer vom Hluhluwe-Imfolozi-Park in Südafrika zu einem privaten Wildreservat am Rande des Central Kalahari Game Reserve im Herzen von Botswana umgesiedelt: „Die Umsiedlung der Spitzmaulnashörner ist eine Art Not-Evakuierung. Es ist tragisch, dass wir solche Methoden einsetzen müssen, um unsere letzten Wildtiere vor der grausamen Wilderei zu schützen – aber ein notwendiges Mittel zum Arterhalt”, sagt WWF- Artenschutzexperte Georg Scattolin. Denn auch, wenn die Wilderei in Südafrika und in Namibia zuletzt zurückgegangen ist, ist der Kampf um den Schutz der bedrohten Tiere nicht vorbei: „Nashörner werden weiterhin illegal gejagt, um ihre Hörner auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen – dabei schrecken die Wilderer vor Grausamkeiten und Gewalt nicht zurück”, sagt Scattolin. Wie rasant sich die Situation ändern kann, zeigt das Beispiel Krüger-Nationalpark. Gegen den nationalen Trend hat sich die Zahl der gewilderten Nashörner in dem weltbekannten Park innerhalb eines Jahres von 88 auf 174 nahezu verdoppelt. „Die Wilderer machen weder vor Zäunen noch Grenzen halt, weil die Nachfrage nach wie vor groß ist – wir müssen daher auf allen Ebenen gegen das sinnlose Töten vorgehen: vor Ort und entlang der illegalen Handelsnetzwerke bis in die Abnehmerländer”, sagt Scattolin vom WWF Österreich.  

Wilderei und der Handel mit Wildtieren ist neben Drogen-, Waffen- und Menschenhandel eines der weltweit größten Verbrechen und eng mit Korruption und organisierter Kriminalität verbunden. Damit die Wildtierkriminalität weiter sinkt, kämpft der WWF konsequent dagegen an. Vor Ort unterstützt er unter anderem die Ausbildung von Wildhüter:innen, den Einsatz von Technologien zur Wildtierüberwachung und das Enthornen von Nashörnern. „Doch leider ist die Enthornung kein Allheilmittel. Die Wilderinnen und Wilderer scheinen ihre Strategie zu ändern und auch enthornte Tiere zu jagen, um die verbleibenden Stummel zu erbeuten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unsere Arbeit für den Nashorn-Schutz weiterführen”, sagt Georg Scattolin vom WWF.  

Die aktuelle Umsiedlung der 20 Spitzmaulnashörner wurde im Rahmen des “Black Rhino Range Expansion Project“ des WWF Südafrika durchgeführt.

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Alexa Lutteri
Leitung Presse, WWF Österreich

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