Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald
WWF: Skandalöses Megaprojekt Pitztal/Ötztal sofort stoppen – Letzte Freiräume der Alpen bewahren
Umweltverband fordert Konsequenzen: Naturzerstörung durch illegalen Skiwegebau muss kostenpflichtig rückgebaut werden
Innsbruck, am 16.08.2018 – Aufgrund eines illegalen Skiwege-Ausbaus im Gletschergebiet prüft Tirols Umweltreferentin Ingrid Felipe das Aussetzen des UVP-Verfahrens für die Skiverbindung zwischen Ötztaler und Pitztaler Gletscher. Aus Sicht des WWF Österreich sollte der von der Behörde per Bescheid festgestellte Verstoß endgültig dazu führen, das kritische Megaprojekt zu stoppen. „Wer den Naturschutz immer wieder mit Füßen tritt, muss auch hart sanktioniert werden. Es ist ein Skandal, dass einige Ski-Kaiser immer noch zu glauben scheinen, über Recht und Gesetz zu stehen“, kritisiert Christoph Walder, Bereichsleiter Naturschutz beim WWF, anlässlich des heutigen Berichts der Tiroler Tageszeitung. „Als erste Konsequenz müssen die Betreiber den von ihnen verursachten Schaden an einem Berggrat im direkten Umfeld eines Natura-2000-Gebietes umgehend kostenpflichtig beheben“, fordert Walder.
Darüber hinaus haben die Betreiber der Ski-Ehe Pitztal/Ötztal mit ihrem Vorgehen auch ihre Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit als Partner in einem UVP-Genehmigungsverfahren vorerst verspielt. „Wer ganz offensichtlich keine Rücksicht auf Natur und Umwelt nehmen will, macht auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung sinnlos“, sagt Walder. Dies gilt umso mehr, weil im Zuge des geplanten Megaprojekts sensibelste Gletscherflächen massiv verändert und der intensiven touristischen Nutzung preisgegeben werden. Das Vorhaben beinhaltet neue Schipisten im Ausmaß von 64 Hektar, dazu eine Bergstation inklusive Restaurant, ein Schitunnel, zwei Seilbahnen sowie eine Beschneiungsanlage mit Speicherteich.
„Die Politik muss die Seele der Alpen rechtswirksam schützen anstatt weiter zu verbauen“, fordert Walder. „Der Erschließungs- und Nutzungsdruck ist größer denn je. Flächenverbrauch und Bodenversiegelungen schreiten ungebremst voran, mit fatalen Konsequenzen für Mensch, Natur und Umwelt“, warnt Walder vor weiteren Großprojekten in den letzten nicht erschlossenen Freiräumen. Zudem legt es die Bundesregierung darauf an, die großflächige Verbauung sogar noch zu erleichtern „Umstrittene Großprojekte sollen in Zukunft einfach durchgeboxt werden, auf Kosten von Umweltschutz und Bürgerbeteiligung“, warnt der WWF-Vertreter etwa vor dem von allen Seiten massiv kritisierten Standort-Entwicklungsgesetz, das automatische Genehmigungen trotz laufender UVP sowie eine massive Einschränkung des Rechtsschutzes vorsieht.
Seele der Alpen schützen – jetzt unterschreiben!
Im Rahmen der „Allianz für die Seele der Alpen“ rückt der WWF Österreich gemeinsam mit Alpenverein und Naturfreunden die Bedeutung der letzten alpinen Freiräume als seltene und wertvolle Lebensbereiche in den Vordergrund. Im Rahmen einer Petition werden von den politisch Verantwortlichen verbindliche Grenzen für die technische Erschließung unserer alpinen Freiräume – bevor die Seele dieser einzigartigen alpinen Landschaft endgültig verkauft wird. Unterschriften sind auf www.seele-der-alpen.at möglich.
Rückfragehinweis:
Christoph Walder, Tel.: +43 676 92 55 430, christoph.walder@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF kritisiert Spritpreis-Populismus der Bundesregierung
Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil
Good News: Nestor ist ältester bekannter Seeadler in Österreich
Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es kürzlich im Burgenland: Der Seeadler „Nestor“ wurde 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF erneut gesichtet. Er gilt hierzulande als ältester bekannter Seeadler.
WWF: Renaturierungs-Atlas zu Flüssen zeigt Fortschritte in ganz Österreich, Lücken in Tirol
Neue Onlinekarte zeigt erstmals Weg zu EU-Renaturierungszielen – Insgesamt sollen über 2.500 Kilometer Flüsse renaturiert werden – Tirol mit Defiziten im Bundesländer-Check
WWF-Seeadler „Nestor“ lebt: Ältester bekannter Seeadler Österreichs gesichtet
15 Jahre alter Seeadler im Burgenland nachgewiesen – WWF fordert besseren Schutz für das Wappentier – illegale Verfolgung als große Gefahr
WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen – WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken
Neue Leitung des Presseteams beim WWF Österreich
Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz









