EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
EU-Budget: WWF warnt vor “Rückschritt auf Kosten der Natur”

Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich bewertet den Vorschlag der Europäischen Kommission für das EU-Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 als “völlig falsches Signal”. Ein massiver Rückschritt auf Kosten der Natur drohe vor allem durch die geplante Auflösung des wichtigen LIFE-Programms, womit in Zukunft direkte Mittel für den Schutz der Biodiversität fehlen würden. “Wer hier kürzen will, handelt grob fahrlässig. Gesunde Ökosysteme schützen unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen und sind entscheidend für eine funktionierende Wirtschaft und unsere gesamte Gesellschaft”, sagt Joschka Brangs, Biodiversitätssprecher beim WWF Österreich.
Was droht konkret: Das LIFE-Programm – Europas einziges Finanzierungsinstrument ausschließlich für Umwelt, Natur und Klima – soll als eigenständiges Programm gestrichen werden und teilweise im “Europäischen Wettbewerbsfonds” aufgehen, einem Sammelbecken für Themen wie Rüstung, Digitalisierung und Industriepolitik. “Anstatt den Naturschutz zu stärken, würde er in diesem Mischfonds zur Nebensache degradiert. Daher sollte die österreichische Bundesregierung hier die Stopptaste drücken und eine Länder-Allianz für den Naturschutz schmieden”, fordert Joschka Brangs vom WWF. Insbesondere brauche es eine feste Mittelbindung und Priorisierung der Finanzierung für den Naturschutz im bewährten LIFE-Programm.
Mitgliedsländer und Parlament sind jetzt gefordert, den Kommissionsvorschlag deutlich zu korrigieren. “Die Klima- und Biodiversitätskrise kostet uns schon heute unzählige Milliarden Euro – durch Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle. Jeder Euro, den wir nicht in den Erhalt unserer Lebensgrundlagen investieren, kostet uns in Zukunft ein Vielfaches. Daher liegt es auch absolut im österreichischen Interesse, dass der Kommissionsvorschlag bis zum Beschluss deutlich verbessert wird”, sagt Joschka Brangs vom WWF.
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