Rückkehr der Zugvögel im März – WWF warnt vor dramatischem Verlust der salzhaltigen Lacken im Seewinkel – Säbelschnäbler besonders betroffen
WWF zum Wiederaufbaufonds: EU-Kommission muss nachbessern, um Green Deal zu retten
Verpflichtende Leitplanken für die klima- und naturverträgliche Verwendung der Haushaltsmilliarden fehlen noch -EU-Kommission muss sicherstellen, dass ihr Paket keine Projekte und keine Wirtschaftssektoren unterstützt, die dem Green Deal schaden
Wien, 27. Mai 2020. Aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF Österreich fehlen in dem am Mittwoch präsentierten Wiederaufbaufonds der Europäischen Kommission noch mehrere verpflichtende Leitplanken zur Umsetzung des Green Deal. „Die Maßnahmen der EU-Kommission müssen einen klima- und naturverträglichen Neustart der Wirtschaft garantieren, wofür aber noch wichtige Kriterien ausständig sind. Die geplanten Milliarden-Investitionen werden die Europäische Union viele Jahre prägen, daher ist jetzt Weitsicht gefordert. Sowohl die Klimakrise als auch das Artensterben müssen auf allen Ebenen bekämpft werden“, sagt WWF-Programmleiterin Hanna Simons in einer ersten Reaktion.
Die EU-Kommission muss garantieren, dass ihr Paket keine Projekte und keine Wirtschaftssektoren unterstützt, die dem Green Deal schaden. Fossile Industrien mit Kohle, Öl und Erdgas dürfen daher nicht subventioniert werden. Dafür fehlen dem Vorschlag aber noch klare Instrumente zur Umsetzung nachhaltiger Kriterien. Das Fehlen des „do no harm“-Prinzips in den Vorschlägen lässt die Tür für umweltschädigende Aktivitäten offen. „Auch die EU-Mitgliedstaaten und das Parlament müssen hier noch nacharbeiten“, fordert Hanna Simons.
Der Umweltverband WWF (World Wide Fund for Nature) fordert, dass der EU-Haushalt und der Wiederaufbaufonds der EU-Kommission in den folgenden Punkten noch verbessert wird:
1. Der EU-Haushalt muss vollständig das so genannte „Do no harm“-Prinzip des Green Deal beinhalten. Dies schließt staatliche Beihilfen und Unterstützung für umweltschädigende Aktivitäten aus, wie etwa die Industrie für fossile Brennstoffe, Kernenergie, neue Flughäfen und Autobahnen, Deponierung und Verbrennung von Müll.
2. Zumindest die Hälfte des EU-Haushalts muss in nachhaltige Aktivitäten fließen. Der Umbau und die Transformation der Wirtschaft zu Klimaneutralität und die Wiederherstellung der Natur müssen auf allen Ebenen unterstützt werden.
3. Die Verwendung der EU-Taxonomie muss ausdrücklich vorgeschrieben werden, um die Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen. Die Glaubwürdigkeit des Planes der EU hängt von der Qualität der Instrumente ab, die sie einsetzt. Die EU-Taxonomie ist schon jetzt präzise, wissenschaftlich fundiert und auf die Ziele des Green Deal abgestimmt.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich, Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik & Kommunikation
Mobil: +43664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten: WWF fordert sichere Routen
Jede vierte wandernde Tierart akut bedroht – WWF fordert grenzüberschreitende Schutz-Korridore – Besonderer Fokus auf Jaguaren und Meeresarten
Winterbilanz Wald: WWF warnt vor Trockenheit und schwierigem Waldjahr 2026
Waldböden zu Frühlingsbeginn vielerorts zu trocken, Wasserspeicher erschöpft – WWF fordert mehr Wasserrückhalt und Renaturierung im Wald
WWF kritisiert Spritpreis-Populismus der Bundesregierung
Umweltschutzorganisation fordert Sofortmaßnahmen für klimafreundliche Mobilität und schrittweisen Ausstieg aus Öl und Gas: Klimaticket vergünstigen, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Strukturreformen beschließen
WWF-Zählung: Gefährdete Monarchfalter erholen sich trotz anhaltender Bedrohungen
Naturschauspiel: Monarchfalter wandern 4.000 Kilometer in den Süden – Schmetterlingsmigration trotzt Herausforderungen, aber Lage weiterhin fragil
Good News: Nestor ist ältester bekannter Seeadler in Österreich
Ein Wiedersehen der besonderen Art gab es kürzlich im Burgenland: Der Seeadler „Nestor“ wurde 15 Jahre nach seiner Beringung durch den WWF erneut gesichtet. Er gilt hierzulande als ältester bekannter Seeadler.
WWF: Renaturierungs-Atlas zu Flüssen zeigt Fortschritte in ganz Österreich, Lücken in Tirol
Neue Onlinekarte zeigt erstmals Weg zu EU-Renaturierungszielen – Insgesamt sollen über 2.500 Kilometer Flüsse renaturiert werden – Tirol mit Defiziten im Bundesländer-Check
WWF-Seeadler „Nestor“ lebt: Ältester bekannter Seeadler Österreichs gesichtet
15 Jahre alter Seeadler im Burgenland nachgewiesen – WWF fordert besseren Schutz für das Wappentier – illegale Verfolgung als große Gefahr
WWF legt 5-Punkte-Paket gegen fossile Preisfalle vor
Fossile Energiekosten senken, Subventionen umleiten, Natur schützen – WWF und Klimaforscher Huppmann fordern Reformen gegen hohe Energiepreise und steigende Klimarisiken









