Artenlexikon
Blasentang

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Artenlexikon:

wissenschaftlicher Name
Fucus vesiculosus
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Verbreitung

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Blasentang

Name:
Blasentang

Wissenschaftlicher Name:
Fucus vesiculosus

Lebensraum:
Oberster Bereich der ständig überfluteten durchlichteten Küstenzone (Sublitoral) auf steinigem Untergrund.

Geografische Verbreitung: Entlang der Küsten von Nord- und Ostsee (bis in die äußersten salzarmen Bereiche) sowie des Atlantischen und Pazifischen Ozeans.

Gefährdungsstatus: Rote Liste der HELCOM führt sowohl die Art Fucus vesiculosus als auch den Biotoptyp Großalgenwiese als „gefährdet“.

Bestandsgröße: Noch weit verbreitet, aber in der Ostsee ist ein negativer Trend zu beobachten.

 

Prall gefüllter Mikrokosmos

Mit seinen großen Brüdern aus der Familie der Braunalgen, den bis zu 40 bis 60 Metern großen Kelp, kann der Blasentang mit seinen 30 bis 100 Zentimetern zwar nicht mithalten. In seiner Heimat entlang der Küsten von Nord- und Ostsee sowie des gesamten Atlantischen und Pazifischen Ozeans ist er aber für viele Lebewesen ganz groß. Besonders in der Ostsee, wo sich der Blasentang im Flachwasserbereich auf steinigem oder felsigem Untergrund zu weitläufigen Algenwiesen formiert, besitzt er nämlich eine bedeutende Rolle als Lebensraum für andere Meeresbewohner. Eine einzige Blasentangpflanze beherbergt etwa 300 Kleinstlebewesen (Muscheln, Flohkrebse, Schnecken, Würmer, Krabben, Seepocken etc.). Auch manche Fischarten wie beispielsweise Hecht oder Hering nutzen die dichten Algenwiesen als Versteck oder Laichsubstrat.
Aufgrund seiner zahlreichen Inhaltsstoffe wird der Blasentang schon lange zu medizinischen Zwecken genutzt. Vor der Entdeckung natürlicher Jodsalze diente er als Hauptquelle zur Jodgewinnung und damit zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion, Kropfbildung und Adipositas (Fettsucht). Wegen seiner stimulierenden Wirkung auf Schilddrüse und Stoffwechsel ist der Blasentang auch heute noch Bestandteil vieler Schlankheitsmittel.

Die Gremien der Helsinki-Konvention zum Schutz der Ostsee (HELCOM) haben die vom Blasentang abhängigen Lebensgemeinschaften in die Rote Liste der bedrohten Arten und Habitate aufgenommen. Die zunehmende Überdüngung des Ostseewassers durch überhöhten Nährstoffeintrag, macht dem Blasentang stark zu schaffen. Er zieht sich in die obersten, noch ausreichend von Licht durchfluteten, Flachwasserbereiche zurück, von Schadstoffen zermürbt und von schnellwüchsigen Fadenalgen überwuchert, welche durch den Nährstoffeintrag schnell wachsen können.

Der WWF setzt sich unter anderem im Rahmen seiner Mitarbeit in der HELCOM-Expertengruppe für die Einrichtung von Meeresschutzgebieten ein, in denen der Lebensraum des Blasentangs erhalten wird. Aber das reicht nicht aus. Das grundlegende Problem der Überdüngung (Eutrophierung) muss von politischer Seite endlich entschieden bekämpft werden. Hier setzt sich der WWF mit Kampagnen nicht nur für die Wiederherstellung von Feuchtgebieten als Nährstoffsenke an Land ein, sondern verhandelt auch mit Schifffahrtsunternehmen über die Einstellung der Direkteinleitung schädlicher Abwässer. Auf politischer Ebene übt der WWF direkten Druck auf die Regierungen der Ostsee-Anrainerstaaten aus und fordert wirksame Maßnahmenbeschlüsse im Rahmen der Arbeit von HELCOM und der Europäischen Union (EU).

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