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Der Inn: Zeit für einen Perspektivwechsel – Episode 9

Ungenutzte Dämme als Lebensraum für gefährdete Arten

Eingriffe in die Natur sind nicht immer zwangsläufig nur mit negativen Auswirkungen verbunden. Ein Beispiel: Hochwasserschutzdämme sind schwere Eingriffe in die Flusslandschaft, weil dadurch Auwälder, Gewässer und Wiesen vom Fluss abgetrennt werden. In vielen Teilen Mitteleuropas sind solche Dämme heute aber zwangsläufig zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes und für die Wasserkraftnutzung erforderlich – und gehen dabei immer mit Eingriffen ins Ökosystem einher. Ein kleiner Ausgleich für diesen Naturverlust findet sich aber an besonders trockenen und besonnten Dämmen, die bei entsprechender Pflege für Pflanzen und Tieren einen wichtigen Sekundärlebensraum darstellen können.

Hochwasserdamm am Unteren Inn

Hochwasserdamm am Unteren Inn

Für verschiedene Pflanzenarten, wie Orchideen, aber auch für wärmeliebende Insekten wie Tagfalter, Heuschrecken und Wildbienen stellen die artenreichen Wiesenlebensräume der Hochwasserdämme wertvolle Habitate und Vernetzungsstrukturen dar. Denn geeignete Lebensräume finden sie aufgrund der Ausbreitung intensiv genutzter Agrarflächen heute immer seltener. Weil die Hochwasserdämme dagegen in der Regel nicht landwirtschaftlich genutzt werden, können sich bei einer angemessenen Pflege und dem Verzicht auf Düngung hier artenreiche Pflanzengesellschaften entwickeln. Auch durch das dort vorherrschende Mikroklima gehören Hochwasserdämme zu wichtigen Rückzugsgebieten zum Beispiel für Wildbienen. Und gerade diesen kommt als Hauptbestäuber einer Vielzahl von Wild- und Kulturpflanzen eine hohe ökologische Bedeutung zu, weshalb sie stets auf eine artenreiche Vegetation angewiesen sind – und umgekehrt. Aufgrund ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt gelten sämtliche Wildbienen-Arten als besonders geschützt. Dafür ist aber die Verfügbarkeit ausreichender Lebensräume, die ihren spezifischen Anforderungen gerecht werden, von entscheidender Bedeutung. Und dabei haben sich auch Hochwasserdämme als besonders geeignete Habitate für die Wildbienen bewährt.

Wildbiene (c) Lisa Reggentin

Wildbiene

„Summende Inndämme“

Allein am Unteren Inn konnten an den vorhandenen Dämmen bis zu 36 verschiedene Wildbienenarten nachgewiesen werden. Damit das auch so bleibt, muss die Artenvielfalt entlang der Dämme thematisiert und anschaulich vermittelt werden – und das vor allem in Bereichen, die häufig von SpaziergängerInnen besucht werden. Am bayerischen Inn wird deshalb im Rahmen von INNsieme das Projekt „Summende Inndämme“ umgesetzt. Dabei soll der Erhalt der Artenvielfalt mit einem Naturerlebnis für den Menschen verbunden werden.

Informationstafel „Summende Inndämme“

Informationstafel „Summende Inndämme“

Dafür werden in Rosenheim und Bad Füssing an den hoch frequentierten Inn-Dämmen Klapp- und Drehtafeln angebracht, damit sich jeder, der vorbeikommt, über die Besonderheiten der hier beheimateten Tiere und Pflanzen und ihre speziellen Lebensraumanforderungen informieren kann. Die Informationsstationen werden mit Hilfe einer Web-App für Smartphones als virtueller Lehrpfad verbunden, wodurch sich zusätzliche Informationen zur ökologischen Bedeutung der Dämme sowie der hier vorkommenden Artenvielfalt aufrufen lassen. Durch Online-Anwendungen wird das digitale Angebot auch zur spielerischen Wissensvermittlung ergänzt. Hier finden Sie alle Infos zum  Projekt: www.innsieme.org

INNsieme Veranstaltungs-Tipps 2021

Besuchen Sie auch eine unserer Veranstaltungen oder Mitmach-Aktionen rund um den Inn, wie den kleinen oder großen Flusserlebnistag für die ganze Familie oder eine unserer INNsieme-Aktionen beim Nature Film Festival Innsbruck im Oktober 2021. Hier finden Sie alle Termine und Infos zu unseren Aktionen und Veranstaltungen zum Inn. 

WWF Video-Reihe über den Inn

Der Inn zählt zu den bedeutendsten Flüssen im Ostalpenraum. Doch die intensive Nutzung durch den Menschen hat dazu geführt, dass der Inn heute über weite Strecken kanalisiert und verbaut ist – und seine Artenvielfalt stark bedroht. Daher setzt sich der WWF schon seit Jahren für einen lebendigen und naturnahen Inn ein. Im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts INNsieme hat der WWF Österreich in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Harry Putz (Freiluftdoku) eine Kurzfilm-Serie produziert, die die vielschichtigen Facetten des Inns zeigt. Wir veröffentlichen jede Woche eine neues Video.

Hier finden Sie alle bisher veröffentlichten Episoden auf einen Blick. Schauen Sie rein!

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