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Fahrplan für Europas größtes Fluss-Schutzgebiet

UNESCO-Schutz für Flussjuwele: Mensch und Natur profitieren

Der Schutz und Erhalt des grenzüberschreitenden Ökosystems erfordert kluge Konzepte.

Es gilt, ein Netzwerk aus dreizehn Schutzgebieten unter einem internationalen Dach zu vereinen und effizient zu schützen und zu verwalten. Die Marke Biosphärenpark soll zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung der Mur-Drau-Donau-Region beitragen.

Der Biosphärenpark besteht aus 300.000 Hektar Kern- und Bufferzone, sowie 700.000  Hektar Übergangszone. Die Kernzone umfasst vorwiegend die Fluss- und Aulandschaften innerhalb der Hochwasserdämme. In der Kernzone genießt die Erhaltung der natürlichen Lebensräume, Tierarten und ökologischen Prozesse höchste Priorität. Bereits degradierte Flussabschnitte sollen rückgebaut und somit in ihrer Ursprünglichkeit wiederhergestellt werden. Die Pufferzone befindet sich außerhalb der Überschwemmungsbereiche und ist überwiegend von Kulturlandschaft geprägt. Sie umfasst Reste naturnaher Lebensräume wie Wiesen, Altarme und kleinere Feuchtgebiete. Extensive Landwirtschaft mit Beweidung, Teichwirtschaft und Wiesenmahd ist vorherrschend. Hier soll auch die traditionelle Herstellung und Vermarktung lokaler Produkte erhalten und gefördert, und Ökotourismus aufgebaut werden.
In der Übergangszone außerhalb dieses Netzwerkes, finden in Abstimmung mit den Zielen des Biosphärenparks verschiedene Wirtschafts- und Forschungsaktivitäten statt. In diesem Gebiet liegen die meisten Städte und Universitäten der Mur-Drau-Donau-Region.

Europas größtes Flussschutzgebiet

1 Million Hektar – entspricht der doppelten Fläche der 7 Österreichischen Nationalparke.

Vorreiter der internationalen Verständigung und regionalen Zusammenarbeit basierend auf einer grünen Vision.

Das erste Schutzgebiet weltweit, das fünf Länder umfasst und von diesen gemeinsam verwaltet wird.

Biosphärenparks

Ein Biosphärenpark erfüllt drei Grundfunktionen: Erhaltung der Ökosysteme; Impulsgeber für eine ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung, sowie Förderung von Umweltbildung und -forschung. Ein Schutzgebiet dieser Kategorie wird von nationalen Regierungen nominiert und untersteht der nationalen Gerichtsbarkeit, zeichnet sich jedoch durch die internationale Anerkennung der UNESCO aus. Die Gründung von Biosphärenparken geht auf das UNESCO- Programm „Man and the Biosphere“ (MAB) im Jahr 1970 zurück. Derzeit gibt es 536 Biosphärenparke in über 100 Staaten, wovon zwölf bilateral und einer trilateral ausgerichtet sind.

Grünes Licht für die Gründung des 5-Länder-Biosphärenparks

Seit den 1990er Jahren sind die Naturschutzverbände WWF und EuroNatur gemeinsam mit einer breiten Allianz lokaler NGOs die treibenden Kräfte für einen nachhaltigen Schutz der Mur-Drau-Donau Region. Die Weichen für den grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenpark stellten schließlich die Umwelt- und Naturschutzminister von Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn im März 2011: Im ungarischen Gödöllő wurde das Gründungsabkommen unterzeichnet. Der WWF wertet diese Vereinbarung als Zeichen großer Umweltverantwortung und dem Willen zu grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Vorreiter dieses Abkommens waren Kroatien und Ungarn, die bereits 2009 beschlossen hatten, den Biosphärenpark zu errichten.

Auch der EU-Kommissar für Umwelt, Janez Potocnik, befürwortete 2010 die Schutzinitiative und erklärte, sie würde die Biodiversitätsziele der EU sowie der Habitat-  und Vogelschutzrichtlinie perfekt unterstützen. Die Etablierung des Biosphärenparks ist außerdem Teil der EU-Strategie für den Donauraum.

Fahrplan für die Gründung des UNESCO-Biosphärenparks

2009 – 2012: Nominierung des grenzüberschreitenden Biosphärenparks seitens der fünf Staaten bei der UNESCO
Juni 2013: Anerkennung des Fünf-Länder-Biosphärenparks durch die UNESCO
September 2013: Abkommen über die zukünftige Zusammenarbeit und das Management des Parks. Eröffnung im Beisein der fünf Minister.

Weitere notwendige Schritte:

  • Umwandlung des bisherigen Flussmanagements in ein zeitgemäßes und ökologisch geprägtes
  • Stopp der Flussbegradigungen und weiterer Entnahme von Schotter und Sand aus den Flüsse
  • Wiederherstellung degradierter Flussabschnitte
  • Stopp des Schwallbetriebes des letzten Drau-Staudammes bei Donja Dubrava
  • Keine weiteren Wasserkraftwerke im grenzüberschreitenden Biosphärenpark

Grüne Vision

„Die ‚Mur-Drau-Donau’ Region wird im Rahmen des grenzüberschreitenden UNESCO- Biosphärenparks ökologisch nachhaltig geschützt und erhalten. Das Rückgrat des Schutzgebietes sind seine lebendigen Flussökosysteme. Sie bilden die Basis für das Überleben charakteristischer Arten und Lebensräume und der Ökosystemleistungen für die lokale Bevölkerung.“

Wesentliche Schritte auf dem Weg zur Umsetzung dieser „Grünen Vision“ wurden in den vergangenen Jahren gesetzt. Dazu gehört der Aufbau eines Schutzgebiete-Netzwerkes in allen fünf Ländern, das Ministerabkommen zur Gründung des Parks, sowie die ersten Schritte zur Nominierung bei der UNESCO. Doch es bleibt noch vieles zu tun.

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