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Reiches Natur- und Kulturerbe der Region

Bewegte Vergangenheit: Menschen und Kulturen aus Ost und West

Er gehört zu den faszinierendsten und artenreichsten Flusslandschaften unseres Kontinents: Der so genannte „Amazonas Europas“, der 700 Flusskilometer von Mur, Drau und Donau umfasst, und fünf Staaten verbindet: Österreich, Slowenien, Ungarn, Kroatien und Serbien.

Die drei Flüsse und ihre Auen schlängeln sich durch eine ursprünglich erhaltene Natur- und Kulturlandschaft: Bald soll diese Region zum ersten Flussschutzgebiet der Welt erklärt werden, das fünf Länder umspannt und ein Symbol der Einheit bildet – als grenzüberschreitender UNESCO-Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“.

Kopacki rit, © by Goran Safarek
Kopacki rit, © by Goran Safarek

Trotz vielfältiger menschlicher Eingriffe in der Vergangenheit, ist diese Flusslandschaft noch reich an Lebensräumen, die andernorts längst verschwunden sind: Riesige Auwälder, Flussinseln, Schotter- und Sandbänke, Neben- und Altarme beherbergen eine Vielzahl gefährdeter Arten. Dazu zählen die zarte Zwergseeschwalbe ebenso wie der majestätische Seeadler, der in den Mur-Drau-Donau-Auen seine europaweit höchste Dichte an Brutpaaren erreicht. Mehr als 250.000 Wasservögel  nutzen die Flüsse jährlich als Rast- und Nahrungsplätze. Auch Biber, Fischotter und der fast ausgestorbene Glattdick – eine Donaustörart – sind Teil der bemerkenswerten biologischen Vielfalt der Region.

Dreizehn Schutzgebiete unterschiedlicher Größe und Kategorie bilden ein Netzwerk entlang der Flüsse. Darunter sind der Naturpark „Kopački Rit“ beim Donau-Drau Zusammenfluss, der Regionalpark „Drau-Mur“ in Kroatien, das Naturreservat „Gornje Podunavlje“ in Serbien, der „Donau-Drau“ Nationalpark in Ungarn, sowie zahlreiche Natura 2000 – Gebiete in Slowenien und Österreich.

Die ausgedehnten Fluss- und Aulandschaften sind nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig. Sie stellen auch seit jeher die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort dar. Außerdem sichern natürliche Flüsse günstige Grundwasserbedingungen und erhöhen die Selbstreinigungskraft des Wassers – beides  unabdingbare Voraussetzungen für sauberes Trinkwasser, gesunde Wälder und nachhaltige Landwirtschaft. Den Menschen dienen die Auen als natürlicher Hochwasserschutz, sowie als Erlebnis- und Erholungsraum.

Das Kulturerbe der Region zeugt von einer bewegten Vergangenheit, in der sich Menschen und Kulturen aus Ost und West begegneten. Das Osmanische Reich und das der Habsburger spiegeln sich in der Architektur und der Bevölkerung vieler alter Städte und Dörfer wieder. So leben in der kroatischen Region Baranja oder der serbischen Vojvodina, auch Nachfahren von Österreichern, Tschechen oder Deutschen.

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