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Folgen der Klimakrise: 1,5 Grad versus 2 Grad

Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Um ein Artensterben zu verhindern und einen lebenswerten Planeten zu erhalten, muss ein Umdenken in den Köpfen der Menschen geschehen. Klimaschädliche fossile Energieträger können durch neue, naturverträgliche Alternativen ersetzt werden. Wichtig ist aber, dass keine Zeit mehr verloren wird, denn jeden Tag wird es schwieriger, das Klima zu stabilisieren.

Jedes Zehntelgrad zählt!

Der Klimavertrag von Paris hat 2015 erstmals die Begrenzung der Erderhitzung auf die notwendigen 1,5° C festgeschrieben und ist von nahezu allen Staaten der Welt völkerrechtlich bindend beschlossen worden, darunter auch Österreich. Dieses Ziel gilt es dringend umzusetzen. Denn mit jedem Zehntelgrad Erderhitzung und mit jedem Jahr an politischer Untätigkeit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das globale Klima in unumkehrbare Prozesse kippt.

1,5 Grad versus 2 Grad

Wie dramatisch die Folgen der Klimaerwärmung bei 2 Grad im Vergleich zu 1,5 Grad Celsius, zeigt ein IPCC Sonderbericht. Das Fazit kurz zusammengefasst: Eine Erwärmung um 2 Grad Celsius hätte deutlich drastischere Folgen für Artensterben, Extremwetter, die menschliche Gesundheit und den Anstieg der Meeresspiegel. 8 Szenarien, die deutlich zeigen, wie viel Unterschied jedes Zehntelgrad Erhitzung auf Mensch, Tier und Natur hat. Die Prognosen beziehen sich, so nicht anders angegeben, auf den Zeitraum bis zum Jahr 2100. Die Folgen des Klimawandels sind auf jedem bewohnten Kontinent und in den Ozeanen zu spüren. Sie sind jedoch nicht überall auf der Welt gleichermaßen ausgeprägt, und verschiedene Teile der Erde verspüren die Folgen auf unterschiedliche Art und Weise.

1. Artensterben: 1,5 Grad versus 2 Grad

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Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung sind vom Artensterben betroffen:
6 % Insekten
8 % Pflanzen
4% Wirbeltiere

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung sind vom Artensterben betroffen:
18% Insekten
16 % Pflanzen
8 % Wirbeltiere

Je geringer der Anstieg der globalen Temperatur ist, desto geringer sind die Risiken für die menschliche Gesellschaft und die natürlichen Ökosysteme.

2. Korallensterben: 1,5 Grad versus 2 Grad

Korallenriff

Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung sind:
Mindestens 70 % aller Korallenriffe auf der Welt bis 2050 verschwunden

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung sind:
Alle Korallenriffe weltweit bis 2050 praktisch zur Gänze verschwunden

Wenn sich überschüssiges CO2 in den Ozeanen löst, erhöht sich dadurch ihr Säuregrad. Dieser Prozess wird auch Ozeanversauerung genannt. Bei einer Reduktion der CO2-Emissionen und einer Stabilisierung der Erwärmung bei 1,5 Grad Celsius, wären Ozeanversauerungen voraussichtlich weniger schädlich und mehr Korallenriffe würden bestehen bleiben.

3. Hochwasser: 1,5 Grad versus 2 Grad

Hochwasser

Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung:
Besteht ein 100 % höheres Hochwasserrisiko

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung:
Besteht ein 170% höheres Hochwasserrisiko

Bei einem Anstieg auf 2 Grad Celsius würde es in allen Landgebieten zu vermehrt extrem heißen Tagen führen. Zudem würde es in einigen Regionen zu einer Zunahme an Starkniederschlägen kommen. Ein Grund dafür ist, dass die Luft pro Grad Erwärmung sieben Prozent mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Dieser äußert sich dann in Form von Niederschlag oder Gewittern.

4. Extreme Hitzewellen: 1,5 Grad versus 2 Grad

Stephansdom

Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung sind:
9 % der Weltbevölkerung (700 Millionen Menschen) extremen Hitzewellen mindestens einmal alle 20 Jahre ausgesetzt

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung sind:
28 % der Weltbevölkerung (2 Milliarden Menschen) extremen Hitzewellen mindestens einmal alle 20 Jahre ausgesetzt

Hitze in den Städten zählt jetzt schon als großes Problem, denn städtische Wärmeinseln verstärken oft die Folgen von Hitzewellen. In Österreich zählen frühere Hitzerekorde heutzutage als Durchschnitt. Wenn es mit dem Ausstoß der Treibhausgase weltweit so weitergeht, wird der derzeitige Extremwert von 40 Hitzetagen pro Jahr bald bei 60 bis 80 Tagen liegen.  Zudem ist es so, dass sich jegliche Zunahme der Erwärmung überwiegend negativ auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Zahlreiche Studien belegen, dass in Europa mehr Menschen durch Hitzewellen sterben als durch Wetterextreme.

5. Dürreperioden und Wassermangel: 1,5 Grad versus 2 Grad

Dürre

Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung sind: 
50 Millionen Menschen im urbanen Raum von Dürre und Wasserknappheit betroffen

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung sind:
410 Millionen Menschen im urbanen Raum von Dürre und Wasserknappheit betroffen

Andere Regionen, wie zum Beispiel der Mittelmeerraum, werden bei einem Anstieg auf 2 Grad Celsius nicht von verstärktem Niederschlag, sondern von Wasserknappheit betroffen sein. Laut Projektionen steigen die Risiken für Dürren und Niederschlagsdefizite bei 2 Grad Celsius globaler Erwärmung.

6. Gletscherschmelze

Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung sind:
50% der Gletschermasse von 2015 geschmolzen

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung sind:
60 % der Gletschermasse von 2015 geschmolzen

Eine Folge jeglicher zusätzlicher Erwärmung wäre die stärkere Schmelze von Eisschilden und Gletschern. Das führt zu einem verstärkten Meeresspiegelanstieg, der noch lange nach der Stabilisierung der atmosphärischen CO2-Konzentration anhalten würde.

7. Verlust des Arktischen Meereises

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Bei 1,5 Grad Celsius Erhitzung gibt es:
Alle 100 Jahre einen eisfreien Sommer in der Arktis

Bei 2 Grad Celsius Erhitzung gibt es:
Alle 10 Jahre einen eisfreien Sommer in der Arktis

Die Erderwärmung ist auf manchen Kontinenten deutlicher sichtbar als auf anderen. Besonders stark zeigen sich die Folgen der Erderwärmung in der kalten Jahreszeit in der Arktis sowie in der warmen Jahreszeit in den Regionen der mittleren Breiten.

8. Anstieg Meeresspiegel

Verglichen mit 1,5 Grad Celsius Erhitzung steigt der Meeresspiegel bei 2 Grad Celsius bis zum Jahr 2100, um zusätzliche 10 Zentimeter. Damit wären auch bis zu 10 Millionen mehr Menschen vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Eine dramatische Folge vom Anstieg des Meeresspiegels ist, dass immer mehr Regionen überschwemmt und unbewohnbar werden.

Die Wärmeausdehnung der Ozeane führt dazu, dass der Meeresspiegel steigt. Auch bei einer Stabilisierung bei 1,5 Grad Celsius würde der Meeresspiegel weiter steigen, jedoch niedriger als bei einer Erwärmung um 2 Grad Celsius.

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Österreich braucht Ihre Hilfe – denn der Klimawandel macht auch vor unserer Heimat nicht halt. Leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Natur und des Klimas. Ihr Beitrag schenkt Braunbär, Seeadler und anderen heimischen bedrohten Tieren und Pflanzen eine Zukunft und unterstützt das WWF-Klimaprogramm.

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