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Fotostrecke: Wie der WWF den Wolf schützt

Ursprünglich war der Wolf in ganz Europa heimisch. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts rottete der Mensch die Art in weiten Teilen Mitteleuropas aus. Nun kehrt der Wolf verstärkt nach Österreich zurück. Für den WWF ist der Wolf als heimische und streng geschützte Tierart ein natürlicher und damit unverzichtbarer Bestandteil unserer Natur. Doch seine Rückkehr stellt uns auch vor Herausforderungen. Wir zeigen, welche Schwerpunkte unser WWF-Wolfs-Projekt hat.

1. Herdenschutz fördern

Landwirte müssen dabei unterstützt werden, ihre Nutztiere vor Übergriffen durch Wölfe zu schützen. Um Wölfe etwa vor Schafherden fernzuhalten, hat sich in einigen Ländern eine Sicherung der Weideflächen mit Elektrozäunen und speziell ausgebildeten Herdenschutzhunden bewährt.

Der WWF setzt sich dafür ein, dass ausreichend dotierte Fördertöpfe für Maßnahmen wie Elektrozäune, fachkundige Hirt:innen und Herdenschutzhunde zur Verfügung stehen. Zudem unterstützt der WWF im Rahmen von Projekten die Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Übergriffe durch solche flächendeckenden Maßnahmen deutlich abnehmen.

2. Konfliktmanagement

Der WWF arbeitet daran, die Akzeptanz gegenüber dem Wolf durch Aufklärung, Wissensaustausch und Einbindung verschiedener Interessensgruppen zu verbessern. Am besten ist natürlich, dass Konflikte gar nicht so weit hochkochen, dass geschützte Wildtiere wie der Wolf zu Schaden kommen. Der WWF klärt dabei über die Biologie, das Verhalten und die Ausbreitung des Wolfs auf. Außerdem vermittelt er bei Problemen, die das Zusammenleben mit Wildtieren betreffen, an zuständige Stellen.

In einzelnen konkreten Fällen werden Mensch-Wildtier-Konflikte vor Ort aufgegriffen und mit lokalen Interessengruppen in Workshops gemeinsam aufgearbeitet und nach nachhaltigen Lösungen gesucht.

3. Kampf gegen Wildtierkriminalität

Wölfe stehen unter strengem Schutz. Die Mitgliedstaaten in der EU haben sich durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) dazu verpflichtet, einen „günstigen Erhaltungszustand“ für den Wolf zu erreichen. Doch nicht alle finden die Rückkehr des Wolfes gut und manche greifen auch zu verbotenen Mitteln und machen sich damit strafbar.

Der WWF arbeitet gemeinsam mit Partnern daran, dass die illegale Verfolgung von streng geschützten Arten als gravierendes Problem erkannt und entsprechend bekämpft wird. Dafür braucht es die Aufklärung der Bevölkerung, die Fachkenntnis bei den Behörden, mehr Kontrollen und eine konsequente Strafverfolgung. 2024 startete das Projekt „wildLIFEcrime“, für das sich der WWF Österreich mit anderen NGOs wie etwa BirdLife sowie Behörden, Veterinärmedizin, Polizei und der Wissenschaft zusammengeschlossen hat. Das Ziel des EU-LIFE-Projektes: Bis 2028 die Wildtierkriminalität in Deutschland und Österreich zu reduzieren.

4. Einsatz für besseres Monitoring

Das Wolfsmanagement in Österreich muss den EU-rechtlich verankerten Schutz des Wolfes gewährleisten sowie ein möglichst konfliktfreies Miteinander unterstützen. Das Wildtiermanagement, also die Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung dieses Zieles, obliegt den Landesbehörden. Zuständig sind je nach Bundesland unterschiedliche Stellen: die Naturschutz- und/oder Jagdrechtsabteilungen der Landesregierungen. Als gemeinsames Gremium dient das Österreichzentrum Bär Wolf Luchs und als gemeinsamer für den Umgang mit den Beutegreifern seit 2012 der Managementplan Wolf, der 2021 überarbeitet wurde.

Der WWF setzt sich für die Verbesserung des Wolfsmanagements in Österreich ein. Es braucht intensivere Datenerhebung, eine wissenschaftliche Dokumentation der Wolfsvorkommen sowie die einheitliche Aufbereitung der Daten österreichweit. Die Abstimmungsarbeit zwischen den Bundesländern und auch mit den Nachbarstaaten, die bereits jahrzehntelange Erfahrung mit dem Thema Wolf haben, muss verstärkt werden.

5. Rechtlicher Einspruch gegen Wolfs-Tötungen

Wenn Wölfe trotz ihres Schutzstatus durch eine Anti-Wolf-Politik rechtswidrig getötet werden, kämpft der WWF auch rechtlich gegen die Abschüsse. Ein Beispiel dafür war der Wolfs-Abschuss-Bescheid in Tirol, gegen den der WWF und ÖKOBÜRO Einspruch einlegten.

Unsere Ansicht als WWF: Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie dürfen streng geschützte Arten wie der Wolf erst abgeschossen werden, wenn alle gelinderen Mittel, wie zum Beispiel Herdenschutz, genau geprüft wurden. Dies wurde auch von der Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bestätigt.

Schützen Sie den Wolf
mit einer

Patenschaft!

Gemeinsam können wir uns dafür einsetzen Ängste abzubauen und für mehr Akzeptanz für die Rückkehr des Wolfes zu sorgen. Ihre Patenschaft macht den Unterschied!

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