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© Gerhard Egger / WWF-AT

Moorschutz im Alpenraum

Unglaubliche 90 % der ursprünglichen Moorfläche Österreichs sind bereits verloren. Heute gibt es nur noch circa 3.000 Moorflächen mit einer Gesamtfläche von 26.600 Hektar. Von den wenigen verbliebenen Moorgebieten weisen bereits rund zwei Drittel gestörte Wasserhaushalte auf. Trotz dieser alarmierenden Zahlen genehmigen die zuständigen Behörden auf Basis fragwürdiger Ausnahmegenehmigungen regelmäßig weitere Eingriffe, wie die vorliegende Studie von WWF und ÖKOBÜRO anhand zahlreicher Fallbeispiele zeigt. Die verheerende Folge dieser Praxis: Wir verlieren mit den intakten Mooren wichtige Verbündete im Klimaschutz und reiche Schatzkammern der Artenvielfalt.

Warum sind Moore so wichtig?

Moore sind bedeutende Kohlenstoffspeicher und Kohlenstoffsenken, da sie klimaschädliche Verbindungen binden und langfristig speichern. Ferner regulieren sie durch ihre Speicherkapazitäten den Wasserhaushalt und spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung des Grundwassers. Moore verfügen über eine hochspezialisierte Flora und Fauna. In den vergangenen Jahrtausenden hat sich eine einzigartige Biozönose an die extremen Lebensbedingungen in und auf den Mooren angepasst. Dieses sensible Ökosystem umfasst viele seltene Pflanzen- und Tierarten, zum Beispiel den Sonnentau.

Sonnentau

Moorschutz durch Alpenkonvention unzulänglich

Die ökologischen Funktionen der Moore und Feuchtgebiete sind auch in unseren Breitengraden unentbehrlich, auch wenn die Alpen nicht die größte Moorkonzentration aufweisen. Leider sind Moore stark gefährdete Lebensräume: Durch landwirtschaftliche Nutzung, Forstwirtschaft, Nährstoff- und Schadstoffeinträge sowie Freizeitnutzung und Tourismus steht der Lebensraum Moor immer stärker unter Druck.

Eigentlich sind Moorlebensräume durch das Bodenschutzprotokoll der Alpenkonvention streng geschützt. Die Studie von ÖKOBÜRO und dem WWF Österreich zeigt jedoch, dass diese Schutzbestimmung in Österreich kaum angewendet wird, wenn Eingriffe beantragt werden. Die Analyse von 27 Fallbeispielen veranschaulicht: Die Genehmigungspraxis der Behörden hebelt den Moorschutz in Österreich regelmäßig aus. Es braucht Verbesserungen auf mehreren Ebenen, damit im Kampf gegen Klima- und Biodiversitätskrise die verbleibenden Moorflächen für den Klimaschutz und als Schatzkammern der Artenvielfalt erhalten bleiben.

Diese 3 Dinge sind für den Moorschutz insbesondere erforderlich:

  • Die Bundesländer müssen alpine Moore und Feuchtgebiete unter absoluten Schutz stellen.
  • Das Compliance Committee der Alpenkonvention soll den Bedeutungsgehalt von Art. 9 Bodenschutzprotokoll klarstellen.
  • Die österreichische Bundesregierung muss einen verbindlichen Aktionsplan für den übergeordneten Schutz der Moore vorlegen und rasch umsetzen.

Hintergrund: Was sind Moore?

Moore sind wichtige Feuchtgebiete mit potenziell torfbildender Vegetation. Torf ist ein organisches Material, das in Mooren aus den Ablagerungen abgestorbener Pflanzen entstanden ist und als Rohstoff vor allem in der Landwirtschaft und als Energieträger Verwendung findet. Darüber hinaus haben Moore auch eine wissenschaftliche Bedeutung. Als Archive der Landschafts- und Ökosystemgeschichte können sie Erkenntnisse über Entwicklungsprozesse von Klima, Gletschern und Landnutzung liefern.

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Die gesamte Studie:

Titelblatt Moorstudie

Zahlen & Fakten

  • In Österreich gibt es noch fast 3.000 Moorflächen mit einer Gesamtfläche von immerhin noch 26.600 Hektar.
  • Die meisten Moorflächen befinden sich in Vorarlberg, Tirol und Salzburg.
  • In Österreich sind bereits 90 % der ursprünglichen Moorfläche verloren.
  • Zwei Drittel der bestehenden Moorgebiete Österreichs weisen gestörte Wasserhaushalte auf, Tendenz aufgrund der Klimakrise steigend.
  • Trotz dieser alarmierenden Zahlen genehmigen die zuständigen Behörden auf Basis fragwürdiger Ausnahmegenehmigungen regelmäßig weitere Eingriffe, die Moore zerstören.

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