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Nicht so billig wie gedacht: Die wahren Kosten von Plastik

Neue Studie ermittelt Plastik-Kosten über deren gesamte Lebensdauer

Plastik gilt gemeinhin als billiger Rohstoff. Ob Strohhalm, Verpackungsmaterial, Textilfaser oder Kunststoff in der Medizin: Durch den vermeintlich günstigen Preis und seine Eigenschaften findet Plastik in nahezu allen Lebensbereichen Anwendung. Die Plastikproduktion hat sich in den letzten 20 Jahren sogar verdoppelt. Doch die Herstellung, Verwertung und der Abfall von Kunststoffen haben negative Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Diese Auswirkungen verursachen auch Kosten, die sich jedoch im aktuellen Marktpreis von Neukunststoff nicht widerspiegeln.

Daher ging eine neue Studie des internationalen Beratungsunternehmens Dalberg im Auftrag des WWF der Frage auf den Grund, welche Kosten Plastik über den gesamten Lebenszyklus verursacht. Das erschreckende Ergebnis: Jeder Euro, der für Plastik ausgegeben wird, verursacht zehn Euro an weiteren Kosten über den gesamten Plastik-Lebenszyklus.

Die negativen Umweltauswirkungen von Plastik und ihre Kosten

Eine Tonne Neu-Kunststoff (virgin plastic) kostete 2019 rund 1.000 US Dollar. Doch dieser Preis berücksichtigt weder die Kosten für die Treibhausgasemissionen, die bei der Plastikproduktion entstehen, noch die Kosten für gesundheitliche Schäden durch Chemikalien von unsachgemäßen Deponien, Aufräum- und Sammelaktionen, sowie Recyclingaktivitäten oder sich verringernde Erträge in der Fischerei.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das globale Plastikaufkommen im Jahr 2019 Kosten in Höhe von insgesamt 3.700 Milliarden US-Dollar bzw. 3.100 Milliarden Euro verursachte.  Diese unglaubliche Summe entspricht rund acht Mal dem Bruttoinlandsprodukt Österreichs.

Plastikmüll im Meer

Plastik & seine Kosten in Zahlen:

  • Wir produzieren im Moment mehr als 200 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Das entspricht circa 523 Billionen Plastik Strohhalmen.
  • Wäre Plastik ein Land, wäre es mit 1,8 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen pro Jahr der fünftgrößte CO2-Sünder weltweit.
  • Die wahren Kosten von Plastik, also die Kosten, die über die gesamte Lebensdauer entstehen, sind 10 Mal höher als der Marktpreis für Neuplastik.
  • Das 2019 produzierte Plastik verursacht über seine gesamte Lebensdauer Kosten von 3.700 Milliarden US-Dollar (3.100 Milliarden Euro). Das entspricht circa acht Mal dem Bruttoinlandsprodukt Österreichs.
  • 41% des Plastikmülls werden nicht recycelt, sondern verbrannt oder deponiert.
  • So gelangen jährlich mehr als 11 Millionen Tonnen Plastik ins Meer. Geht das so weiter, könnte Plastik im Jahr 2050 mehr als alle Fische im Meer wiegen. Die Kosten sind nicht nur für die Meeres-Ökosysteme untragbar, sondern gefährden auch die Fischerei und Tourismusindustrie zunehmend.
Plastikmüll im Meer

Geschlossenes Handeln dringend erforderlich

Laut der Studie wird sich das Plastik-Aufkommen bis 2040 verdoppeln, wenn die Politik nicht rasch und entschlossen handelt. Nur ein weltweit gemeinsames Vorgehen kann Abhilfe schaffen. Der WWF fordert daher ein globales, rechtlich bindendes Abkommen gegen die Plastik-Flut. Dieses soll im Februar 2022 im Rahmen der UN-Umweltversammlung beschlossen werden. Mit dem Abkommen soll sich jedes Land verpflichten, die Plastik-Krise bis 2030 zu beenden.

Haben Sie schon unsere Petition „Stoppen wir die Plastikflut“ für ein globales Plastik-Abkommen unterzeichnet?

Petition: Stoppen wir die Plastikflut

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