Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
Gewässer-Sanierung beschlossen: WWF drängt auf weitere Maßnahmen
Umweltschutzorganisation fordert Naturschutz-Offensive, um EU-Ziele zu erreichen: Ökologische Sanierung der Flüsse verstärken, Verbauung intakter Strecken stoppen
Wien, am 25. Juni 2020. Der Landwirtschaftsausschuss des Nationalrats hat am Donnerstag beschlossen, die Fördermittel für die Gewässerökologie mit 200 Millionen Euro bis 2027 zu dotieren, was im Schnitt 25 Millionen Euro pro Jahr entspricht. Angesichts der zuvor jahrelang ausgetrockneten Fördertöpfe begrüßt die Umweltschutzorganisation WWF Österreich diesen Fortschritt, fordert aber dringend weitere Maßnahmen. „Unsere Flüsse sind extrem stark verbaut und reguliert. Um den EU-rechtlich geforderten Standard zu erreichen, wird es daher noch ein Vielfaches brauchen. Zusätzlich muss die Politik die Verbauung der letzten intakten Flüsse unterbinden“, sagt WWF-Expertin Bettina Urbanek. Laut Regierungsprogramm müssen „ausreichend Fördermittel für gewässerökologische Maßnahmen“ bereitstehen, um die gerade erst wieder bestätigte Wasserrahmen-Richtlinie zu erreichen. „Das erfordert eine große Naturschutz-Offensive. Der aktuelle Beschluss kann daher nur ein erster Schritt sein“, sagt Urbanek.
Der Rechnungshof hat bereits im Vorjahr vorgerechnet, dass ein Gesamt-Investitionsbedarf von rund 2,7 Milliarden Euro besteht, um den EU-rechtlich geforderten guten Gewässerzustand zu erreichen. Denn aktuell sind 60 Prozent der Flüsse und Bäche nur in mäßiger bis schlechter Verfassung. „Neben der Politik müssen auch die Anlagenbetreiber deutlich mehr tun. Denn derzeit verfehlen acht von zehn Kraftwerken die ökologischen Mindeststandards. Daher muss im dritten Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan eine Sanierungspflicht verankert werden“, sagt WWF-Expertin Urbanek.
WWF fordert Naturschutz-Kriterien für Wasserkraft-Subventionen
Zusätzlich zur Sanierungs-Offensive muss die Bundesregierung die Verbauung der wenigen noch frei fließenden Flüsse verhindern und wirksame Naturschutzkriterien bei der Vergabe von Ökostrom-Subventionen verankern. „Insbesondere Schutzgebiete und die letzten intakten Fließstrecken müssen frei von neuen Wasserkraftanlagen bleiben. Wir brauchen mehr lebendige und klimafitte Flüsse“, fordert Bettina Urbanek. Mit über 5.200 Wasserkraftwerken ist der Ausbaugrad extrem hoch, aber dennoch gibt es Pläne für neue Anlagen in höchst sensiblen Gebieten. „200 Millionen Euro in die Sanierung zu investieren und zugleich wertvolle Flüsse hoch subventioniert mit neuen Kraftwerken zu verbauen, wäre absolut widersinnig“, warnt Bettina Urbanek vom WWF Österreich.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik und Kommunikation
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Mobil: +43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten
WWF-Erfolg: Wisente erfolgreich im Kaukasus ausgewildert
Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.










