Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
Große Fische im Kampf gegen die Klimakrise
Was lange nur vermutet wurde, ist nun Gewissheit: Je mehr große Fische in unseren Weltmeeren schwimmen, desto weniger schädliches CO2 landet in der Atmosphäre. Das zeigt eine neue Studie der James-Cook-Universität und der Universität Montpellier. Ihr zufolge spielen große Fische, wie Haie oder Thunfisch, im Kampf gegen die Erderhitzung eine bisher völlig unterschätzte Rolle. Zugleich produziert die weltweite Fischereiindustrie sehr viel mehr C02-Emissionen als bisher angenommen. Wie das? Die Antwort lautet “blauer Kohlenstoff”.
Schwimmende Kohlenstoffspeicher
Große Fische, wie Thunfische, Makrelen, Schwertfische oder Haie, bestehen zu etwa 10–15% aus Kohlenstoff. Dieser wird „blauer Kohlenstoff“ genannt. Sterben die Fische, sinken sie normalerweise schnell auf den Meeresgrund ab. “Infolgedessen wird der größte Teil des Kohlenstoffs, den sie enthalten, für tausende oder sogar Millionen von Jahren am Meeresboden abgesondert (Anm. und nicht in die Atmosphäre abgegeben). Das macht sie zu beachtlichen Kohlenstoffspeichern, deren Größe noch nie zuvor geschätzt wurde”, so Co-Autor Prof. David Mouillot. Das Problem: Die Fischerei-Industrie stört dieses natürliche Phänomen. “Wenn ein Fisch gefangen wird, wird der in ihm enthaltene Kohlenstoff einige Tage oder Wochen nach dem Fang teilweise als CO2 in die Atmosphäre abgegeben”, so Hauptautor Gaël Mariani von der Universität Montpellier.
So viel CO2 produziert Fischerei weltweit
Das Fazit der Studien-Autoren: Fischerboote produzieren nicht nur Treibhausgase, indem sie Treibstoff verbrauchen – durch die Entnahme von Fischen wird zusätzliches CO2 freigesetzt, das sonst in den Ozeanen bleiben würde. Das Forscherteam wollte wissen, wie viel dieses “blauen Kohlenstoffs” durch die Fischerei dem Meer entzogen und als Folge des Fischfangs in die Atmosphäre abgegeben wird. Dazu nutzten die Wissenschaftler weltweite Fischfangdaten. Ihre Analyse ergab, dass die Meeresfischerei seit 1950 mehr als 730 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt hat. Allein im Jahr 2014 hat die industrielle Fischerei mindestens 20,4 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, was den jährlichen Emissionen von 4,5 Millionen Autos entspricht. Hinzu kommt, dass rund die Hälfte dieser Fischereien ohne Subventionen wirtschaflich überhaupt nicht rentabel wären.

Überfischung eine der größten Bedrohungen unserer Meere
Angesichts dieser neuen Entdeckung fordern die Autoren zusätzliche Schutz- und Managementmaßnahmen in der Fischerei-Industrie. Ziel ist es, dass mehr große Fische als wichtige Kohlenstoffsenken und -speicher in den Ozeanen verbleiben, anstatt eine weitere Quelle für atmosphärisches CO2 zu sein. Die Überfischung ist neben der Klimaerwärmung zur größten Bedrohung unserer Meere und der verbleibenden Fischbestände geworden. Bald könnte es nicht mehr genügend Fisch zu fangen und zu essen geben. Ein Tipp unserer WWF-Expertin Simone Niedermüller an Fischesser*innen: „Wer nachhaltigen Fisch als Delikatesse konsumiert, trägt auch zum Klimaschutz bei. Besonders große Fischarten sollten, wenn überhaupt, nur selten am Teller landen. Manche Arten, wie Haie oder Schwertfische müssen überhaupt gemieden werden.“
Nachhaltige Fischerei
Der WWF arbeitet weltweit für eine nachhaltigere Fischerei und setzt sich bei den Vereinten Nationen und laufenden WTO-Verhandlungen dafür ein, dass im Rahmen eines bindenden Abkommens schädliche Fischerei-Subventionen, die die globale Überfischung weiter befeuern, verboten werden. Bis Dezember 2020 will die Welthandelsorganisation (WTO) ein globales Abkommen abschließen, das umweltschädliche Fischerei-Subventionen verbieten würde. Hier geht es zur Twitter-Aktion “Stop funding overfishing”. Machen Sie mit und teilen Sie unsere Botschaft auf Twitter, wo besonders viele Entscheidungsträger*innen aktiv sind.
Ausführliche Informationen über die Fischerei und deren Auswirkungen, die Lage weltweiter Fischbestände oder nachhaltigen Fischkonsum finden Sie in unserem Fischratgeber. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Meeresfrüchte klimafreundichen genießen können, kommen Sie mit auf eine Reise.
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