Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Klimagesetz: WWF warnt vor Mogelpackung

Wien, am 18. September 2026 – Die Umweltschutzorganisation WWF warnt angesichts des heute präsentierten Klimagesetz-Entwurfs vor einer „Mogelpackung“ und fordert deutliche Nachschärfungen von der Bundesregierung. „Die Klimaneutralität 2040 erfordert klare Pflichten statt bloßer Bekenntnisse. Ohne Nachschärfungen bleibt das Gesetz ein Etikettenschwindel“, sagt WWF-Klimaexperte Reinhard Uhrig. Das gesetzliche Bekenntnis zum 2040-Ziel sei zwar ein positives Signal, bleibe aber ohne rasche Maßnahmen nur ein Anspruch auf dem Papier.
Besonders kritisch sieht der WWF die sogenannte Standortklausel, über die neben dem Klimafahrplan auch das darin enthaltene Zieljahr der Klimaneutralität nachträglich wieder geändert werden kann. Die Umweltschutzorganisation fordert, diese Bestimmung zu streichen. „Die Standortklausel macht den Klimapfad zur politischen Verhandlungsmasse und untergräbt die notwendige Planungssicherheit“, sagt Uhrig.
Darüber hinaus fordert der WWF gesetzlich verbindliche Zwischenziele für die relevanten Sektoren. Der Entwurf sieht dazu nur unverbindliche Reduktionspfade im künftigen Klimafahrplan vor. Die Pflicht zum Nachbessern müsse auch bei verfehlten Sektorzielen oder Abweichungen vom Kurs zur Klimaneutralität 2040 greifen. Bisher knüpft sie nur an drohende Verfehlungen der EU-Klimaziele an. „Bei Rückständen müssen zusätzliche Maßnahmen innerhalb fixer Fristen beschlossen und umgesetzt werden“, fordert Uhrig.
Verbindlicher Klimaschutz stärkt aus Sicht des WWF auch den Wirtschaftsstandort Österreich. „Ein klarer Kurs zur Klimaneutralität gibt heimischen Betrieben Planungssicherheit. Der rasche Umstieg auf klimafreundliche Technologien schafft Vorteile auf Zukunftsmärkten, hält mehr Wertschöpfung im Land und macht Österreich weniger anfällig für Öl- und Gaspreisschocks“, sagt Uhrig.
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