Alexa Lutteri führt seit Anfang März das Presseteam der größten heimischen Naturschutzorganisation
Neue steirische Landesregierung: WWF kritisiert schwache Bodenschutz-Pläne
Die Naturschutzorganisation WWF bewertet die bisher bekannten Bodenschutz-Pläne der neuen steirischen Landesregierung als “schwach und lückenhaft”. “Fachlich notwendige Maßnahmen fehlen entweder ganz oder werden nur oberflächlich angekündigt. Dazu kommen falsche Signale wie das Beharren auf weiteren Großprojekten im Straßenbau, obwohl das langfristig nur mehr Verkehr, Transit und Zersiedelung mit sich bringen wird”, sagt WWF-Bodenschutz-Sprecher Simon Pories nach einer ersten Analyse des steirischen Regierungsprogramms. Sinnvoll sei die angekündigte “bessere Kontrolle und mehr Unterstützung der Gemeinden”. Zugleich warnt der WWF vor einer gezielten Schwächung des Bodenschutzes unter dem Deckmantel der angekündigten “Deregulierung in der Bau- und Raumordnung”. “Das darf kein Türöffner für noch mehr Chaletdörfer und Gewerbeparks auf der grünen Wiese werden”, sagt Pories.
Für die angekündigte Bodenstrategie und die Novelle des Raumordnungsgesetzes fordert der WWF verbindliche Reduktionsziele und strengere Regeln als bisher. Zudem sollte die neue Landesregierung klare Siedlungsgrenzen verordnen und eine Naturschutz-Offensive starten. “Das wäre auch ein Beitrag zur langfristigen Krisensicherheit, weil Extremwetter-Ereignisse aufgrund der Klimakrise tendenziell stärker und häufiger werden”, sagt Simon Pories vom WWF. Denn auf Beton und Asphalt können Wassermassen nicht versickern, sondern werden gestaut oder sogar beschleunigt. “Neben vorbeugendem Bodenschutz muss die Politik daher Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung starten. Parallel dazu sollte die Raumordnung ökologisiert werden, damit Klimarisiken besser berücksichtigt werden”, sagt Pories.
Den Handlungsbedarf zeigen die Daten der Digitalen Katastralmappe des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV). Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden in der Steiermark mehr als 100 Quadratkilometer Boden verbraucht und versiegelt, was umgerechnet der verbauten Fläche von Graz, Leoben und Kapfenberg entspricht. Zuletzt lag der Bodenverbrauch pro Tag bei rund 2,85 Hektar und somit allein in der Steiermark höher als das bundesweite Nachhaltigkeitsziel von 2,5 Hektar.
Eine Grafik und Bilder mit mehreren Negativ-Beispielen für den Bodenverbrauch in der Steiermark finden Sie hier zum Download.
News
Aktuelle Beiträge
Inn-Aktionstag: Freiwillige aus drei Ländern im Einsatz für die Natur
Gemeinsamer Einsatz von 60 Freiwilligen für einen lebendigen und artenreichen Inn – Naturschutzaktionen in Tirol, Bayern und der Schweiz
Alpenverein und WWF fordern Stopptaste für Kaunertal-Ausbau
Unzureichend geplantes TIWAG-Projekt nicht genehmigungsfähig – Steigende alpine Risiken und Naturgefahren nicht ausreichend untersucht – Sicherheitslücken und Naturzerstörung sprechen gegen Konzernprojekt
Massen-Fischsterben aufgeklärt: WWF fordert rasche Dotierung der Unteren Lobau
Gutachten sieht Sauerstoffmangel als Ursache für Tod von rund 1.000 Fischen – WWF fordert Rettungspaket für Untere Lobau von der Wiener Stadtregierung
WWF fordert Offensive gegen Energieverschwendung
Naturschutzorganisation fordert rasches Handeln von Bund und Ländern – Echte Energiewende setzt zuerst beim Verbrauch an – Erneuerbare Energien konsequent naturverträglich ausbauen
Tiwag-Studie: WWF warnt vor Profiten auf Kosten der Natur
Naturschutzorganisation kritisiert Wasserkraft-Tunnelblick des Energiekonzerns – Alternativen zu teuren Uralt-Projekten wie Kaunertal-Ausbau gefordert – Schäden für Biodiversität werden ignoriert
WWF kritisiert Abschuss-Bilanz 2025: Alle zwei Wochen ein toter Wolf
25 Tötungen im Vorjahr, sieben weitere 2026 – Österreich schießt im mehrjährigen Vergleich sogar fünf Mal mehr als Deutschland – WWF fordert Kurswechsel
Frühes Zeichen des Frühlings: erster Weißstorch des Jahres in Marchegg
Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf










