In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Schlechtes Zwischenzeugnis für Österreichs Renaturierungsplan
Österreich hat bei den Arbeiten für seinen Entwurf des nationalen Wiederherstellungsplans großen Aufholbedarf, zeigt eine europaweite Bewertung von 24 EU-Staaten durch mehrere Umweltverbände. Österreich landet aufgrund mehrerer Lücken und Defizite nur in der Kategorie der elf Länder mit geringen Fortschritten. Besonders negativ bewertet wird die mangelhafte politische Unterstützung für eine ausreichende Finanzierung. „Der Umweltminister und die Bundesländer sollten rasch nachbessern, damit Österreich im nächsten Jahr einen ambitionierten Entwurf abgeben kann. Es geht um eine intakte Natur, um sauberes Wasser und saubere Luft – und damit um die Lebensqualität und Krisensicherheit der gesamten Gesellschaft“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs, der die nationale Analyse gemeinsam mit weiteren Fachleuten erstellt hat.
In den meisten untersuchten Kategorien (z.B. Ambition, Öffentlichkeitsbeteiligung, wissenschaftliche Grundlagen) schneidet Österreich schlecht ab. Einzig im Bereich der Flussrevitalisierung gibt es gute Fortschritte und in allen Kategorien ein positives Zwischenzeugnis. „Deutschland hat seit Monaten klare Zeitpläne zur Öffentlichkeitsbeteiligung, Österreich erst seit Dezember ein höchst fragwürdiges Format, das den Standards guter Beteiligung mehrfach widerspricht. Auch Budgetzusagen fehlen weiterhin – trotz milliardenschwerer umweltschädlicher Subventionen“, kritisiert Joschka Brangs vom WWF. „Wir brauchen klare Zuständigkeiten, volle Transparenz und wirksame Beteiligungsmöglichkeiten für die Öffentlichkeit – und zwar nicht nur bei den Inhalten der Verordnung, sondern insbesondere bei ihrer konkreten Realisierung in Österreich“, betont Umweltjuristin Marlene Schaffer vom ÖKOBÜRO.
„Ausgewählte Interessensgruppen einschließlich einiger Umweltorganisationen hatten zwar die Möglichkeit, sich in manchen Arbeitsgruppen begrenzt einzubringen, doch es fehlt an Personal- und Finanzressourcen des Bundes und der Länder sowie dem politischen Rückhalt, um die Biodiversitätskrise wirksam zu stoppen. Nur echte Ambition wird dazu beitragen, die Natur wiederherzustellen und unsere Lebensqualität langfristig zu sichern“, sagt Christof Kuhn von BirdLife Österreich.
Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme zählt zu den dringendsten Aufgaben der kommenden Jahrzehnte. Derzeit befinden sich in Österreich über 80 Prozent der europarechtlich geschützten Arten und Lebensräume in keinem günstigen Erhaltungszustand. Auch ein Großteil der Moore und Auen ist stark beeinträchtigt. Bis 2030 müssen laut Renaturierungsverordnung auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresflächen in Europa wirksame Maßnahmen zur Regeneration der Natur umgesetzt werden.
Über die Studie
Für die aktuelle Analyse hat die Restore-Nature-Koalition, ein Zusammenschluss europäischer Umweltverbände, die bisherigen Fortschritte bei den verpflichtenden Wiederherstellungsplänen in 24 EU-Ländern bewertet – auf Basis der rechtlichen Vorgaben der Wiederherstellungsverordnung. Die Studie ist online abrufbar.
Bilder und Grafik hier
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus










